Zweifel ausgeschlossen: Die Nord Stream-Pipelines wurden gesprengt

Zweifel ausgeschlossen: Die Nord Stream-Pipelines wurden gesprengt
Wikimedia/Government.ru/

Bornholm/Kopenhagen. Einen Tag nach der Zerstörung beider Stränge der Ostseepipeline Nord Stream geht auch die Bundesregierung von einem Anschlag aus. Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) ließ am Dienstag bei einer Veranstaltung von Spitzenverbänden der Wirtschaft verlauten, man wisse inzwischen sicher, daß die Schäden an der Pipeline „nicht durch natürliche Vorkommnisse oder Ereignisse oder Materialermüdung entstanden sind, sondern daß es wirklich Attacken auf die Infrastruktur gegeben hat“.

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Mehrere seismologische Beobachtungsstellen registrierten im Seegebiet um die Ostseeinsel Bornholm Aktivitäten, die auf Explosionen schließen lassen. Die seismischen Daten wiesen deutlich darauf hin, daß die Explosionen im Wasser und nicht im Gestein unter dem Meeresboden stattfanden, teilte Bjorn Lund, Seismologe am Schwedischen Nationalen Seismischen Netzwerk der Universität Uppsala, mit. Es könne sich nicht um Erdbeben oder Erdrutsche handeln.

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In den sozialen Netzwerken bringen zahlreiche Nutzer unterdessen einen amerikanischen Marineverband mit dem amphibischen Angriffsschiff USS „Kearsarge“ (Internationale Rumpfkennung: LHD-3) ins Gespräch, der sich in den letzten Tagen vor Bornholm befand. Am 21. September schaltete die Flottille ihr Automatic Identification System (AIS) ab. Am 23. September verließ die Einheit die Ostsee wieder über den Fehmarnbelt. Im Netz wird darauf hingewiesen, daß eine mögliche Sprengung auch mit zeitlicher Verzögerung erfolgt sein kann.

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Andere Beobachter erinnern an die unmißverständliche Ankündigung von US-Präsident Biden anläßlich des Antrittsbesuchs von Bundeskanzler Scholz am 8. Februar 2022, daß ein russischer Angriff auf die Ukraine das Aus für Nord Stream 2 bedeuten werde. Biden sagte damals wörtlich:  „Wenn russische Truppen und Panzer die Grenze der Ukraine überqueren, wird es kein Nord Stream 2 mehr geben. Wir werden dem ein Ende bereiten.“ Eine Reporterin hakte nach: „Wie wollen Sie das genau machen? Da das Projekt und die Kontrolle des Projekts in Deutschlands Kontrolle liegen?" Darauf Biden: „Ich verspreche Ihnen, daß wir das schaffen werden.“

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Auch der polnische Europaabgeordnete Radek Sikorski, vormals polnischer Verteidigungsminister und seit Jahren einer der schärfsten Kritiker des Pipelineprojekts, weiß möglicherweise mehr – er postete am Tag nach dem Anschlag ein Bild der Meeresoberfläche über den Leitungslecks und schrieb dazu: „Thank you, USA.“

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Während den USA immerhin ein erhebliches Interesse an der Ausschaltung der Pipeline zu attestieren ist, beginnt sich die strategische Kommunikation der westlichen Propagandastäbe den Fall bereits zueigen zu machen. Als erster brachte der norwegische Militärwissenschaftler und Marineoffizier Tor Ivar Strömmen Rußland als Urheber des Anschlags ins Gespräch: „Ich sehe nur einen möglichen Akteur und das ist Rußland“, wird der Offizier in Medien zitiert. Moskau wolle die Verantwortung für die Einstellung seiner Gaslieferungen nicht übernehmen. (mü)

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