ZUERST! exklusiv: Ukraine und Rußland verhandeln hinter den Kulissen bereits
New York/Kiew. Schon seit Monaten zeichnet sich ab, daß die ukrainischen Streitkräfte dem seit Februar 2022 dauernden Krieg nicht mehr lange gewachsen sein werden. Auch die westlichen Medien vollzogen in den letzten Wochen einen erstaunlichen Schwenk – suggerierten sie bis vor kurzem noch die sich abzeichnenden Niederlage Moskaus, so räumen sie neuerdings Schwierigkeiten Kiews und eine „ernste Situation“ an der Front ein.
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Der US-amerikanische Investigativjournalist Seymour Hersh, der sich zuletzt vor allem wegen seiner Enthüllungen zum Anschlag auf die Nord Stream-Pipelines in Erinnerung gebracht hat, weiß möglicherweise schon mehr. Er meldete jetzt in einem aktuellen Beitrag auf seiner Substack-Seite, daß Rußland und die Ukraine hinter den Kulissen bereits diskrete Friedensgespräche führen. Er bezieht sich dabei wie üblich auf Gewährsleute in der US-Administration.
Der Pulitzer-Preisträger konkretisiert dabei, es gehe unter anderem um die Festlegung von Grenzen entlang der aktuellen Frontlinie, wobei Rußland die Krim sowie die Volksrepubliken Donezk und Luhansk und die eroberten Gebiete der Regionen Cherson und Saporischschja erhalte solle – und zwar im Gegenzug für einen NATO-Beitritt der Ukraine unter einer Reihe restriktiver Bedingungen.
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Wörtlich schreibt Hersh: „Ernsthafte Friedensgespräche zwischen Rußland und der Ukraine haben schnell an Dynamik gewonnen. Nicht Washington oder Moskau, nicht Biden oder Putin, sondern zwei hochrangige Generäle, die den Krieg führen – der Russe Waleri Gerassimow und der Ukrainer Waleri Saluschnyj [Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine; d. Red.)“ verhandelten dabei. Hersh erinnert in diesem Zusammenhang an Saluschnyjs aufsehenerregendes Interview im britischen „Economist“, in dem er die militärische Pattsituation einräumte.
Bemerkenswerterweise soll die russische Seite inzwischen nicht mehr prinzipiell gegen einen NATO-Beitritt der Ukraine sein, besteht aber auf einer klaren Zusage, wonach das westliche Militärbündnis dort keine Truppen und Offensivwaffen stationieren werde.
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Das Weiße Haus ist laut Hershs Dartellung „absolut gegen den vorgeschlagenen Deal“. Auch der ukrainische Präsident Selesnkyj dürfte ein Hindernis sein. Er ließ das Verbot, Verhandlungen mit Rußland aufzunehmen, sogar gesetzlich verankern. Hershs Gewährsleute sind aber der Auffassung, daß das Problem möglicherweise nicht mit Selenskyj gelöst würde, sondern durch das Militär. „Wenn nötig, werden wir seine Reise in die Karibik bezahlen“, soll sich ein hoher US-Beamter geäußert haben. (mü)
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