Zahlen-Exorzismus in der Slowakei: Rechter Abgeordneter Kotleba soll vier Jahre ins Gefängnis
Preßburg. Der Willkürstaat macht sich auch in der Slowakei breit. Jetzt sorgt ein harsches Urteil gegen den Parlamentsabgeordneten und Parteichef der LSNS (Volkspartei unsere Slowakei), Marian Kotleba, für Schlagzeilen. Dieser ist in erster Instanz von einem Gericht zu vier Jahren und vier Monaten Gefängnis wegen „Verbreitung von Haß und Extremismus“ verurteilt worden. Das Gericht befand Kotleba für schuldig, eine Bewegung gegründet, unterstützt und verbreitet zu haben, die Grundrechte und -freiheiten unterdrücke. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Der Anklage war ein mehr als ein Jahr dauerndes Ermittlungsverfahren von Polizei und Staatsanwaltschaft vorangegangen. Zum Jahrestag der Gründung der unabhängigen Slowakei am 14. März 1939 hatte Kotleba 2017 Spendenschecks mit der symbolischen Summe von 1.488 Euro an bedürftige einheimische Familien verteilt. Politisch Korrekte sehen darin eine Art Zahlenmagie – „1488“ soll nämlich für „Heil Hitler!“ stehen (weil H der achte Buchstabe im Alphabet ist), die Zahl 14 für einen als „14 Worte“ bekanntgewordenen Slogan zum „Schutz der weißen Rasse“. Solcher Zahlen-Exorzismus ist inzwischen auch in Deutschland gang und gäbe – auch hier dürfen zahlreiche „gefährliche“ Zahlenkombinationen zum Beispiel nicht mehr für Autokennzeichen vergeben werden.
Das Kotleba-Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte es bestätigt werden, könnte Kotleba auch sein Abgeordnetenmandat verlieren. Die LSNS hält derzeit immerhin 14 Sitze im slowakischen Parlament. (mü)
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