Wirtschaftlicher Selbstmord: Deutsche Industrie wegen Gaskosten nicht mehr wettbewerbsfähig
Berlin. Die Welt sieht fassungslos zu, wie der Industrieriese Deutschland taumelt und zu Boden geht. Denn infolge der explodierenden Gaspreise – die eine Folge der Rußland-Sanktionen der Bundesregierung sind – ist die deutsche Industrie auf dem weltweiten Markt schlicht und einfach nicht mehr konkurrenzfähig. Immer mehr Firmen kündigen die Einstellung der Produktion in Deutschland an oder haben schon dichtgemacht.
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Auch Siegfried Rußwurm, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), hält die deutsche Wirtschaft angesichts zehnfach höherer Gaspreise für nicht mehr wettbewerbsfähig. Viele Unternehmen überlegten deshalb, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern, warnte er im ZDF – mit allen Konsequenzen für die Arbeitsplätze in Deutschland.
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Trigema-Chef Wolfgang Grupp bestätigt: „Meine Gaskosten haben sich innerhalb von zwei Jahren verzehnfacht!“ Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ klagt er die Politik an: „Ich habe 53 Jahre versucht, meine Probleme eigenständig zu lösen und mich dem Wandel anzupassen. Aber jetzt werden mir von der Politik Steine in den Weg gelegt, die ich nicht wegräumen kann.“ Grupps Fall ist besonders tragisch – der Chef des alteingesessenen schwäbischen Familienunternehmens war stets stolz darauf, ausschließlich in Deutschland zu produzieren. Allerdings kassiert er auch die Folgen seiner eigenen Wahlentscheidung – der FAZ vertraute er anläßlich der letzten Bundestagswahl an, erstmals grün gewählt zu haben.
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„Mit einer Verzehnfachung der Gas- und Strompreise, die wir innerhalb weniger Monate hinzunehmen hatten, sind wir nicht mehr wettbewerbsfähig in einem Markt, der zu 25 Prozent aus Importen versorgt wird“, sagt auch Reiner Blaschek, Deutschland-Chef von ArcelorMittal. Europas größter Stahlkonzern stoppt wegen der stark steigenden Energiepreise zwei Produktionsanlagen in Norddeutschland (wir berichteten). Und das alles ist erst der Anfang. (st)
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