Wieder Probleme mit dem Flüssiggas aus Katar: Habeck hat sich verrechnet
Berlin/Doha. Das hatte sich Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) anders vorgestellt, als er vor wenigen Wochen verkündete, Katar könnte mit Flüssiggaslieferungen für die Lieferausfälle an russischem Gas einspringen. Denn: erstens verfügt Katar überhaupt nicht über die von Deutschland benötigten Kapazitäten (was die katarische Seite unmittelbar nach Habecks Besuch klargestellt hatte); auch dürfte das katarische LNG-Gas deutlich teurer werden als geplant – und es torpediert obendrein die „Klimaziele“ der Bundesregierung.
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Bei den Gesprächen mit Offiziellen aus Katar gebe es Differenzen über die Laufzeiten der Verträge zur Lieferung von LNG, berichtet jetzt die Nachrichtenagentur Reuters. Diese Frage stehe in engem Zusammenhang mit den Klimazielen der Bundesregierung. Die Verantwortlichen des Emirats bestehen offenbar auf Abnahmegarantien für mindestens 20 Jahre.
Bis zum Jahr 2042 plant die Bunderegierung jedoch so gut wie „klimaneutral“ zu wirtschaften – das bedeutet auch den Ausstieg aus der Nutzung von Erdgas.
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Auch beim Preis soll es Probleme geben. Reuters berichtet, Katar bestehe darauf, daß der Preis an den Markt für Rohöl gekoppelt werde. Die deutsche Seite wolle sich hingegen an der Benchmark für europäisches Erdgas (Dutch TTF) orientieren. Falls der Bezugspreis für Öl in den nächsten Jahren fallen sollte, müßte vertraglich dennoch das Gas abgenommen werden, das teurer ist als gleichwertiger Brennstoff, der auf dem europäischen Markt ist.
Außerdem drängen die Katarer darauf, daß das an Deutschland gelieferte Gas nicht an andere Länder weitergegeben werden darf, doch die EU-Kommission lehnt solche Regelungen ab.
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Jetzt ist guter Rat teuer. Nicht nur wegen der ehrgeizigen „Klimaziele“ der Bundesregierung, sondern schlicht aus Gründen der Versorgungssicherheit. Denn der nächste Winter kommt bestimmt, und daß Rußland bis dahin noch Gas an Deutschland liefert, wird nicht einmal in Berlin geglaubt. (st)
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