Westliche Panzer in der Ukraine: Keine Wunderwaffen, keine „Gamechanger“
Wien/Kiew. Rund 140 Kampfpanzer verschiedener Typen wollen mehrere europäische Länder so zeitnah als möglich in die Ukraine schicken. Neben dem deutschen „Leopard 2“ sollen dabei auch britische „Challenger“ und amerikanische „Abrams“ zum Einsatz kommen.
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Unter Militärexperten ist der Kampfwert der Panzer ebenso umstritten wie die Frage, welchen Einfluß sie auf das Kampfgeschehen in der Ukraine nehmen können. Denn: sie kommen spät, die Ausbildung ukrainischer Soldaten auf den ungewohnten westlichen Panzern dauert lange – und die russische Seite hat den Zeitvorteil sowie die größeren Reserven auf ihrer Seite.
Der österreichische Experte Oberleutnant Fürst erklärte jetzt dem unabhängigen Nachrichtenportal „exxpress“ gegenüber: die russischen Panzerbestände seien nicht nur deutlich größer als diejenigen der Ukraine. Auch könne die russische Seite bei Verlusten schneller nachrüsten. Laut Fürst sind auf russischer Seite 9000 Panzer eingelagert und 2000 einsatzbereit, während auf ukrainischer Seite nur ein paar hundert Fahrzeuge vorhanden sind. Ein großes Problem stelle für die Ukraine auch das Nachrüsten dar. Während beispielsweise vom „Leopard 2“ nur ein bis zwei Panzer pro Monat in einer griechischen Fabrik produziert werden können, rüstet Rußland pro Monat 30 Panzer nach.
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Deutsche und amerikanische Panzer seien zwar von der Ausstattung und Treffsicherheit her den russischen Fahrzeugen überlegen. Dieser Vorteil könne jedoch schnell hinfällig sein, wenn „Leopard“-Panzer in die Hände der gegnerischen Seite gelangten. Das technische Know-How werde dann übernommen und russische Modelle dahingehend angepaßt.
Auch bei der Ausstattung ist der Vorsprung der westlichen Panzer nicht mehr so groß wie häufig angenommen; zwar hinken russische Modelle wie der T-72 in puncto Feuerkraft und Genauigkeit den westlichen Modellen hinterher, bei der Panzerung würden die Russen jedoch immer besser und könnten NATO-Panzer bald übertrumpfen.
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Ein weiteres Problem auf ukrainischer Seite sei, daß für die verschiedenen Panzer nicht dieselbe Munition verwendet werden kann. Aber selbst technische Angaben seien unterschiedlich – so sei etwa beim Werkzeug für den US-Panzer „Abrams“ alles in „Inches“ und nicht in Zentimetern angegeben. (he)
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