Wenn US-Militärhilfen wegfallen: Der Ukraine bleiben noch sechs Monate

Kiew/Washington. Die Ukraine steht militärisch derzeit mit dem Rücken zur Wand. Daß man ohne weitere US-Unterstützung in eine kritische Situation geraten würde, räumte jüngst auch der ukrainische Präsident Selenskyj ein.

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Auch führende westliche Experten gelangen zu dieser Einschätzung. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) befragte einige von ihnen und veröffentlichte ihre Expertisen kürzlich. So schätzt Celeste Wallander, Ex-Mitarbeiterin im Bereich internationale Sicherheitsfragen im US-Verteidigungsministerium, zwar, daß die Ukraine noch bis Mitte des Jahres „durchhalten“ könne, da sie erst kurz vor der Amtseinführung von Präsident Trump umfangreiche Lieferungen aus den USA erhalten habe. Für andere Fachleute ist die Beendigung der amerikanischen Militärhilfe dagegen ein Worst-Case-Szenario.

Das WSJ weist unter Hinweis auf einen ungenannten westlichen Experten darauf hin, daß die Ukraine derzeit immer noch rund 55 Prozent ihrer Militärausrüstung selbst produziert. 20 Prozent entfallen auf US-amerikanische und 25 Prozent auf europäische Lieferungen. Selbst 2,5 Millionen Artillerie- und Mörsergranaten könne die Ukraine pro Jahr selbst herstellen, während die USA über die gesamte Dauer der Kämpfe hinweg etwa drei Millionen Artilleriegranaten geliefert hätten.

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Tomáš Kopečný, der Beauftragte der tschechischen Regierung für den Wiederaufbau der Ukraine, unterstreicht dennoch: „Einen Partner zu haben, der einen mit Militärtechnologie höchster Qualität beliefert, ist in einigen Bereichen per definitionem unverzichtbar.“

Auch nach Auffassung des früheren ukrainischen Außenministers Dmitri Kuleba ist die Aussicht einer Einstellung der Waffenlieferungen das stärkste Druckmittel gegen Kiew. Seiner Einschätzung nach blieben der Ukraine noch sechs Monate, ehe sich der Mangel an westlicher Unterstützung kritisch auswirken würde. (mü)

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