Weil sie sich nicht von Putin distanziert: Anna Netrebko bleibt Unperson
Luzern. Russophobie und kein Ende. Zumindest für die russische Weltklasse-Sopranistin Anna Netrebko hatte es eine Zeitlang wieder ganz gut ausgesehen, und sie konnte nach anfänglichen Auftrittsverboten an zahlreichen Opernhäusern – unter anderem in New York, München und Prag – zuletzt bei den Osterfestspielen in Salzburg wieder singen. Doch jetzt schlugen die Russenhasser erneut zu: ein Konzert in Luzern wurde abgesagt. Zur Begründung hieß es verklausuliert, die öffentliche Wahrnehmung der Sängerin sei „doch weiterhin kontrovers“.
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Das Konzert war für den 1. Juni geplant. Doch das Kultur- und Kongreßzentrum Luzern (KKL) zog die Reißleine. Man stehe „nicht zur Verfügung“, war zu hören. Verschiedenen Medienberichten zufolge gab es auch politischen Druck – auch die Schweiz verabschiedet sich vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges gerade mit großen Schritten von ihrer außenpolitischen Neutralität.
Der russischen Top-Sopranistin wird seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine immer wieder mangelnde Distanzierung von Kremlchef Putin vorgeworfen. Tatsächlich wollte sich Netrebko dazu nicht herbeilassen, weshalb viele ihrer Auftritte kurzfristig gecancelt worden. Die gleichgeschaltete Münchner Staatsoper etwa beendete die Zusammenarbeit mit ihr komplett.
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In Luzern spielt vermutlich auch die zeitliche und geografische Nähe des Auftritts zur Ukraine-Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock eine Rolle. Diese ist für 15. und 16. Juni angesetzt. Das Kultur- und Kongreßzentrum sei von den kantonalen und den städtischen Behörden zur Konzertabsage aufgefordert worden, weil „mit der Bedrohung der öffentlichen Ordnung gerechnet“ werde, hieß es in Medienberichten. (mü)
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