Weil ihm die Muslime im Nacken sitzen: Macron gegen „Waffenlieferungen in den Nahen Osten

Weil ihm die Muslime im Nacken sitzen: Macron gegen „Waffenlieferungen in den Nahen Osten
Wikimedia/Amos Ben Gershom / Government Press Office

Paris. Der französische Präsident Macron ist alles andere als unumstritten. Doch jetzt sah er sich mit Blick auf die drohende Eskalation im Nahostkonftlikt zu einem Schritt veranlaßt, der ihm in Tel Aviv nicht viel Freunde machen wird: er sprach sich für ein Ende der Waffenlieferungen an die kämpfenden Parteien aus – und zwar beide. Oberste Priorität, so der Präsident, habe eine politische Lösung des Konflikts.

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In Israel fand Macron mit diesem Vorschlag nicht viel Verständnis. Regierungschef Netanjahu schimpfte geradezu über eine „Schande“ und wandte sich direkt an Macron und seine Unterstützer: „Schämt euch!“. Israel werde seinen Kampf gegen die „Kräfte der Barbarei, angeführt vom Iran“, auch ohne internationale Unterstützung fortsetzen und am Ende den Sieg davontragen: „Israel wird siegen, mit oder ohne eure Unterstützung“, verkündete Netanjahu.

Paris plant außerdem eine internationale Konferenz zur Unterstützung des Libanon, die möglichst noch im Oktober stattfinden soll. Ziel sei es, humanitäre Hilfe zu leisten und die Sicherheitslage im Südlibanon zu verbessern.

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Allerdings: ganz so selbstlos, wie sie erscheint, ist Macrons Initiative nicht. Ihm sitzt die zahlenmäßig starke muslimische Klientel im Nacken, die in Frankreich längst erhebliches politisches Gewicht in die Waagschale werfen kann. Sollte Paris allzu viel Nähe zu Israel suchen, könnte sie schnell zum Risikofaktor nicht nur für Macrons Regierung, sondern für die gesamte französische Gesellschaft werden – das will der Präsident vermeiden. Ob die Araber in den französischen Vorstädten das zu schätzen wissen, bleibt abzuwarten. (mü)

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