Weil er die US-Wahlen für manipuliert hält: Estnischer Innenminister muß zurücktreten

In Estland haben die Turbulenzen im Nachgang zur immer noch unentschiedenen US-Wahl jetzt zu einer handfesten Regierungskrise geführt. Innenminister Mart Helme trat am Montag zurück, nachdem er, sein Sohn Martin und der Europaabgeordnete Jaak Madion am Sonntag in einer Radio-Talkshow erklärt hatten, die US-Wahlen seien manipuliert und Joe Biden vom „Deep State“ gewählt worden. Außerdem hatte Helme Joe Biden und seine Frau als „korrupte Charaktere“ bezeichnet. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Medien und weite Teile des politischen Establishments, allen voran Ministerpräsident Jüri Ratas, aber auch die oppositionelle Reformpartei entfesselten daraufhin einen Empörungsorkan und forderten von Helme Konsequenzen bzw. seinen Rücktritt. Helme blieb allerdings bei seiner Aussage und sprach von Verleumdungen und Lügen der Medien, die ihn schlußendlich zu seinem Rücktritt genötigt hätten. Er lasse sich aber von niemandem den Mund verbieten, betonte er.

Helme ist Gründer und Vizechef der rechtskonservativen EKRE-Partei, die derzeit in einer Koalition mit der Zentrumspartei von Premier Ratas mitregiert. Sein Sohn Martin Helme ist Parteivorsitzender und Finanzminister. Auch der Europaabgeordnete Madion gehört der EKRE-Partei an. (mü)

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