Wegen westlicher Waffenlieferungen: Lawrow deutet erweiterte Ziele in der Ukraine an

Wegen westlicher Waffenlieferungen: Lawrow deutet erweiterte Ziele in der Ukraine an

Moskau/Kiew. Das könnte für die Ukraine jetzt eng werden – und die Lieferungen immer schwererer Waffen aus dem Westen ein fatales politisches Eigentor. Denn Moskau sieht sich just ihretwegen gezwungen, seine militärisch-politischen Ziele im Ukrainekrieg zu erweitern. Darauf deuten jüngste Äußerungen des russischen Außenministers Lawrow hin.

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Dieser erklärte jetzt in einem Interview der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, die Militäroperation in der Ukraine werde nicht beim Donbass aufhören – wegen der Waffenlieferungen des Westens. Wörtlich sagte Lawrow: „Jetzt hat sich die Geographie geändert. Es geht nicht nur um Donezk und Luhansk, sondern auch um Cherson, Saporischschja und einige andere Gebiete. Und dies ist ein fortlaufender Prozeß, konsequent und beharrlich.”

Die Ziele der Militäroperation in der Ukraine beschränken sich demnach nicht mehr auf die östliche Donbass-Region, sondern erstrecken sich auch auf eine Reihe weiterer Gebiete. Lawrow fügte hinzu: „Wenn westliche Länder Langstreckenwaffen an die Ukraine liefern, werden sich  noch weiter verschieben.”

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Rußland könne nicht akzeptieren, daß „in jenen Teilen der Ukraine, die Selenskyj oder derjenige, der ihn ersetzen wird , kontrolliert, Waffen vorhanden sind, die eine direkte Bedrohung für unser Territorium und das Territorium der  Republiken darstellen, die ihre Unabhängigkeit angekündigt haben“.

Tatsächlich hat es die Lieferung amerikanischer HIMARS-Raketenwerfer der Ukraine zuletzt ermöglicht, russische Stellungen auch jenseits der Frontlinien häufiger und effizienter anzugreifen. Dabei wurden offenbar auch eine Reihe russischer Nachschublager und Stabsstellen getroffen.

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Auch an der russischen „Heimatfront“ wird der Ton rauher. Die Stimmen mehren sich, die vom Kreml ein entschiedeneres Vorgehen in der Ukraine fordern. So legte der ehemalige russische Militärkommandant „Milblogger“ Igor Girkin kürzlich eine umfangreiche Liste militärischer, wirtschaftlicher und politischer Maßnahmen vor, die der Kreml seiner Meinung nach ergreifen müsse, um den Krieg in der Ukraine zu gewinnen. An erster Stelle steht dabei der Verzicht auf die offizielle Rhetorik der „besonderen Militäroperation“ und die Definition der offiziellen Ziele des Krieges.

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Girkin sprach sich für weitreichende territoriale Ziele aus, die über die erklärten Ambitionen des Kreml im Donbass hinausgehen, darunter die Wiedervereinigung des gesamten Gebiets von „Noworossija“ (zu dem laut Girkin Charkow, Dnieropetrowsk, Nikolaev, Odessa, Saporischschje, Cherson, Donezk und Lugansk sowie Krivoj Rog gehören) mit der Russischen Föderation und die Schaffung eines Staates Malorossija (die gesamte Ukraine bis zur polnischen Grenze), der nach Girkins Ansicht über den Unionsstaat Rußland-Weißrußland mit Rußland wiedervereinigt werden sollte.

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Girkin fordert den Kreml darüber hinaus auf, die russische Wirtschaft vollständig auf Krieg umzustellen und umfassende Mobilisierungsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Schon in der Vergangenheit hat Girkin den Kreml wegen der vermeintlich zurückhaltenden Vorgehensweise in der Ukraine verschiedentlich kritisiert. (mü)

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