Wegen russischer S-400-Systeme: Jetzt auch US-Sanktionen gegen NATO-Partner Türkei
Washington/Ankara. Das US-Sanktionskarussell dreht sich weiter. Jetzt ist sogar der NATO-Verbündete Türkei ins Visier amerikanischer Boykottpläne geraten. Im Kongreß wurde nun ein Sanktionsentwurf gegen Ankara wegen des Kaufs russischer Luftabwehrsysteme S-400 eingebracht. Das Dokument ist als „Gesetz zur Verhinderung russischer Rüstungsexporte“ betitelt. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Laut dem Papier sollen die russischen Lieferungen von S-400-Komplexen an die Türkei als „signifikanter Deal“ eingestuft werden, was laut gültigem US-Gesetz Sanktionen erforderlich macht.
Die Lieferungen von russischen Luftabwehrsystemen an die Türkei, die Mitte Juli vergangenen Jahres begannen, lösten eine erneute Krise in den Beziehungen zwischen Ankara und Washington aus. Die USA fordern vom NATO-Partner Türkei seit längerem, den Handel zu kippen und stattdessen amerikanische „Patriot“-Systeme anzukaufen. Außerdem drohen die USA damit, den Verkauf modernster F-35-Kampfjets an die Türkei hinauszuzögern oder gar zu stornieren. Die türkische Regierung ist aber weit davon entfernt, dem amerikanischen Druck nachzugeben.
Rußland hatte 2019 einen ersten Vertrag über die Lieferung von vier S-400-Einheiten im Gesamtwert von 2,5 Milliarden US-Dollar an die Türkei erfüllt. Im Juni wurde eine zweite Tranche ausgehandelt. (mü)
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