Wegen Aussetzung der Insolvenzpflicht: Immer mehr „Zombie-Unternehmen“

Köln. Das ökonomische Umfeld in Deutschand wird fragiler: das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln warnt vor tausenden „Zombieunternehmen“ durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Jahresende. Die Ökonomen sehen eine steigende Gefahr durch überschuldete Unternehmen, „die zu Lasten von Wettbewerbern wirtschaften, obwohl sie Verlust machen und nicht überlebensfähig sind“, heißt es in einer Pressemitteilung des IW. Bis Jahresende könne es 4300 solcher Unternehmen ohne ökonomische Perspektive geben. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Für diese Schätzung verglichen die IW-Forscher die Entwicklung der Konjunktur und der Insolvenzanmeldungen im ersten Halbjahr. Wegen des Wirtschaftseinbruchs „wäre selbst bei schneller Erholung ein Anstieg der Insolvenzzahl um 15 Prozent zu erwarten“ – tatsächlich könne die Zahl ohne entsprechende Antragspflicht im Gesamtjahr jedoch um rund acht Prozent auf gut 17.000 Pleiten sinken.

So entstehe eine „Lücke“ im Umfang von rechnerisch 23 Prozent oder 4300 Unternehmen, hieß es. „Und es steht zu befürchten, daß die Politik im Wahljahr 2021 einen weiteren Aufschub anstreben könnte“, erklärte das IW. (rk)

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