Warschau will keine Entschädigung mehr: „Man kann von Deutschland keine Reparationen erhalten“

Warschau will keine Entschädigung mehr: „Man kann von Deutschland keine Reparationen erhalten“

Warschau/Berlin. Eine überraschende Wende: Polen will angeblich keine Entschädigungszahlungen von Deutschland mehr verlangen. Das erklärte jetzt der polnische Außenminister Sikorski. Die nicht weniger überraschende Begründung: Warschau und Berlin seien jetzt Verbündete, insbesondere wenn es darum gehe, die von Rußland ausgehende Bedrohung abzuwehren, sagte der polnische Außenamtschef.

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Sollte Warschau bei dieser Position bleiben, wäre das eine 180-Grad-Wende der polnischen Politik. Die Vorgängerregierung unter der nationalkonservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) hatte eigens in einem Gutachten die von Deutschland während des Krieges in Polen verursachten Schäden bilanzieren lassen und forderte von Berlin wiederholt die Summe von 1,5 Billionen Dollar als Entschädigung.

Demgegenüber erklärte Sikorsksi nun: „Wir sprechen nicht über Reparationen, sondern über eine Geste, die zeigt, daß die Deutschen sich für das, was sie uns angetan haben, moralisch verantwortlich fühlen.“ Nach Ansicht des Ministers „liegt der Ball jetzt bei Deutschland“, das „eine kreative Entscheidung“ anbieten müsse. Er schlug vor, daß sich Deutschland um die verbliebenen Überlebenden der deutschen Besatzung Polens kümmern und in Berlin eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die tragischen Ereignisse errichten könnte.

Schon im Februar hatte Sikorski eingeräumt ein, daß man „leider keine Reparationen  erhalten kann“. (mü)

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