„Wall Street Journal“: Scholz will der Ukraine keine „Taurus“-Marschflugkörper liefern
Washington/Berlin. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) berichtete als erstes darüber: nach einer Entscheidung von Bundeskanzler Scholz (SPD) soll es – zumindest bis auf weiteres – keine deutschen „Taurus“-Marschflugkörper für die Ukraine geben. Im Kanzleramt sind demnach Befürchtungen ausschlaggebend, daß für die Wartung oder Steuerung der Raketen die Anwesenheit deutscher Techniker in der Ukraine erforderlich sein könnte, was eine direkte Konfrontation mit Rußland wahrscheinlicher mache.
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Deutsche Beamte teilten dem WSJ mit, daß die Ampel-Regierung der „Taurus“-Lieferung grundsätzlich zugestimmt habe, daß Kanzler Scholz die Entscheidung jedoch „eingefroren“ habe. Das WSJ berichtet, Scholz sei davon überzeugt, daß eine parlamentarische Abstimmung erforderlich sei, um deutsche Truppen in die Ukraine zu verlegen, um die deutschen Raketensysteme vor Ort instandzuhalten.
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Allerdings könnte die Lieferung von „Taurus“-Raketen an die Ukraine noch genehmigt werden, wenn die USA ähnliche Waffen in die Ukraine schicken, so das WSJ. Aber: selbst wenn die Lieferung der Marschflugkörper bald genehmigt werde, könnte es deutlich länger dauern, bis die Ukraine die Waffen stationiert habe, berichtet das WSJ unter Berufung auf deutsche Stellen. Die Raketen müssen an Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe aus der Sowjetzeit angepaßt werden. Die ukrainischen Kampfjets müßten modernisiert werden, um „Taurus“-Raketen tragen zu können.
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Das „Taurus“-System, das von Taurus Systems hergestellt wird und in Deutschland, Spanien und Südkorea eingesetzt wird, gilt als eine der stärksten konventionellen Waffen der NATO, die Ziele im Umkreis von 500 Kilometern treffen kann. Laut WSJ könnten die ukrainischen Streitkräfte die Raketen einsetzen, um die Krimbrücke zu treffen. Erfahrungsgemäß sind ukrainische Zusicherungen, daß westliche Waffensysteme nur gegen Ziele in der Ukraine und nicht in Rußland selbst eingesetzt werden, nicht viel wert. Die US-Regierung hat es Kiew vor einigen Wochen ohnehin freigestellt, gegen welche Ziele sie die aus dem Westen gelieferten Waffen einsetzt. Das Risiko, daß deutsche „Taurus“-Raketen auf russischem Gebiet einschlagen, ist deshalb real. (mü)
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