„Wall Street Journal“: Polnische Behörden behinderten vorsätzlich Nord Stream-Ermittlungen

„Wall Street Journal“: Polnische Behörden behinderten vorsätzlich Nord Stream-Ermittlungen

Warschau. Offiziell sind Deutschland und Polen eigentlich NATO- und EU-Partner. Doch in der Praxis fährt Polen seit geraumer Zeit einen boshaften antideutschen Kurs, der sich auch in vermeintichen Nebensächlichkeiten niederschlägt.

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Der Deutschland-Korrespondent des „Wall Street Journals“, Bojan Pancevski, hat schwere Vorwürfe gegen die polnische Regierung erhoben: sie soll die internationalen Ermittlungen zum Anschlag auf die Nord Stream-Ostseepipelines behindert, Beweise zurückgehalten und Falschinformationen übermittelt haben. So sei versucht worden, eine internationale Untersuchung des Anschlags zu verzögern.

Konkret hätten die polnischen Behörden unter anderem die Aussagen von Augenzeugen erst auf Drängen der deutschen Polizei herausgegeben. Darüber hinaus wurden Videoaufnahmen aus dem Hafen von Kolberg zurückgehalten, und die polnische Agentur für innere Sicherheit (ABW) „beantwortete keine Fragen, verschleierte oder gab widersprüchliche Informationen", berichtet das „Wall Street Journal“.

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Im weiteren Verlauf der Ermittlungen teilte die ABW ihren Schwesterbehörden in Europa sogar mit, daß die Jacht, die nach einer neueren Version des Tathergangs einem ukrainischen Sabotagetrupp als Operationsbasis gedient haben soll, „Verbindungen zur russischen Spionage“ habe – eine Version, die in Ermittlerkreisen längst ad acta gelegt wurde.

Über die Motive der polnischen Behörden für ihr Verhalten schweigt sich das „Wall Street Journal“ aus. Beobachter halten es aber für denkbar, daß Warschau damit den Verdacht vom Hauptverdächtigen, den USA, fernhalten wollte. Der ehemalige polnische Außenminister Radosław Sikorskinhatte wenige Stunden nach den Explosionen am 26. September 2022 ein Bild eines riesigen Gaslecks am Explosionsort mit der Bildunterschrift „Danke, USA“ veröffentlicht – eines unter zahlreichen Indizien, die den Hauptverdacht auf die Vereinigten Staaten lenken. (mü)

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