Von wegen Sanktionen: Rußland profitiert von Rekord-Ölexporten
Berlin/London. Nicht nur seine militärischen, sondern auch seine ökonomischen Ziele im Ukrainekrieg hat der Westen auf ganzer Linie verfehlt. Vom „Ruin“ der russischen Volkswirtschaft, den etwa Bundesaußenministerin Baerbock (Grüne) vollmundig ankündigte, ist weit und breit nichts zu sehen – vielmehr steht Rußland heute wirtschaftlich gestärkt da, während Deutschland mit Volldampf in die Rezession treibt.
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Insbesondere die westlichen Sanktionen gegen russische Energiequellen haben sich als glatter Rohrkrepierer erwiesen. Das geht aus einem aktuellen Beitrag des US-Wirtschaftsnachrichtendienstes „Bloomberg“ hervor. Die Nettoeinnahmen Rußlands aus Ölexporten beliefen sich demnach im Oktober auf mehr als 11 Milliarden US-Dollar – das ist der höchste Wert seit Mai letzten Jahres und gleichzeitig mehr als in jedem Monat vor Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine.
Wörtlich schreibt „Bloomberg“: „Rußlands Öleinnahmen in Höhe von 11,3 Milliarden US-Dollar im Oktober machten 31 Prozent der gesamten Netto-Haushaltseinnahmen des Landes für diesen Monat aus. Das war der höchste Wert seit Mai des Jahres 2022 und übertraf damit den Wert eines jeden Monats vor dem Militäreinsatz in der Ukraine.“
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Den Grund dafür sehen die „Bloomberg“-Analysten in der Nutzung der sogenannten „Schattenflotte“ durch Rußland. Diese habe „in diesem Jahr etwa 45 Prozent des russischen Öls transportiert“.
„Bloomberg“ verweist auch auf Analysen des britischen Frachtgut-Dienstleisters „Vortexa“, die ebenfalls einen deutlichen Anstieg der russischen Öleinnahmen belegen – trotz der Sanktionen. Bei „Vortexa“ habe man festgestellt, daß Rußland Ende November 2023 die Ausfuhr der wichtigsten Arten von Erdölprodukten stark erhöht habe. Die Lieferungen von raffinierten Kraftstoffen stiegen in diesem Monat um 164 Tausend Barrel pro Tag und erreichten das Niveau von 2,2 Millionen Barrel pro Tag. Die Gesamtausfuhren von Dieselkraftstoff und Gasöl im Vergleich zum Oktober stiegen um 12 Prozent und erreichten mit 894.000 Barrel pro Tag sogar ein Dreimonatshoch, schreibt „Bloomberg“ weiter. Die wichtigsten Abnehmer waren afrikanische und lateinamerikanische Länder, darunter Brasilien. (mü)
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