Von wegen Meinungsfreiheit: Viele Deutschen scheuen das offene Wort
Dresden. Ein Armutszeugnis für den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland: eine aktuelle MDR-Umfrage enthüllt bestürzende Defizite. Viele Deutsche haben inzwischen Angst, ihre Meinung offen zu sagen.
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Das Generalthema der Umfrage, die zwischen Ende November und Anfang Dezember in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen durchgeführt wurde, lautete: „Politik in der Krise: Wie steht's um Deutschland?“
Schlecht steht es den Ergebnissen zufolge, die laut MDR „wissenschaftlich aufbereitet“ wurden, vor allem um die Meinungsfreiheit. Denn ungefähr die Hälfte der Befragten zieht es vor, die eigene Meinung nicht in jedem Fall in der Öffentlichkeit frei zu äußern. „Angst, die eigene Meinung zu äußern“, haben demnach 48 Prozent wenigstens „ab und an“. Insbesondere in den sogenannten sozialen Medien reagierten viele inzwischen mit „Rückzug“.
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Auch für die Kommunikation in den sozialen Netzwerken gilt das. Demnach scheuen dort stattliche 70 Prozent das offene Wort, im Arbeitsumfeld sind es 58 Prozent, im Freundeskreis 27 Prozent und selbst in der Familie noch 16 Prozent. „Kontroverse“ Themen wie die staatlichen Corona-Maßnahmen, Migration, Klimawandel oder der Krieg in der Ukraine blieben in Unterhaltungen oft ausgespart.
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Der Umfrage zufolge neigen die Deutschen zum Konformismus: laut MDR sind 78 Prozent sogar der Ansicht, man müsse bei der Äußerung bestimmter Meinungen „vorsichtig“ sein, weil sie tabuisiert seien. Ähnlich kritisch sehen fast 60 Prozent den allgemeinen Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland. (rk)
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