Verhandlungen geplatzt: Namibia ist unzufrieden mit deutschem Entschädigungsangebot
Windhuk/Berlin. Deutschland soll zahlen – diesmal nicht an Polen, sondern an Namibia, das früher einmal Deutsch-Südwestafrika war. Zwar machte sich die deutsche Kolonialmacht keiner Verbrechen und vorsätzlicher Ausplünderung schuldig wie etwa die Belgier im Kongo. Ganz ohne Härten ging es aber auch in Deutsch-Südwest nicht ab: zwei Aufstände der Herero und Nama mußte die deutsche Kolonialverwaltung in den Jahren 1904 bis 1908 niederschlagen. Dafür will das heutige Namibia eine Entschädigung. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Jetzt hat die Regierung in Windhuk ein Entschädigungsangebot der Bundesrepublik abgelehnt. Das Angebot der Bundesregierung, zehn Millionen Euro als Wiedergutmachung zu zahlen, sei für Präsident Hage Geingob weiter „nicht akzeptabel“, zitierte die Zeitung „The Namibian“ den Berater des Präsidenten, Alfredo Hengari.
Geingob selbst twitterte, er sei über den Stand der Gespräche informiert worden und habe empfohlen, die Verhandlungen fortzusetzen. „Wir bleiben beim Abschluß dieser Schlüsselmission konsequent“, schrieb er.
Deutschland war von 1884 bis 1915 Kolonialmacht im heutigen Namibia. Seit Jahren verhandeln beide Regierungen darüber, wie eine Wiedergutmachung aussehen soll. Präsidentenberater Hengari teilte mit, die deutsche Regierung habe zugestimmt, eine „bedingungslose Entschuldigung“ an die namibische Regierung, ihr Volk und die betroffenen Gemeinden zu richten. Allerdings wolle Deutschland nicht den Begriff „Reparationen“ benutzen. Stattdessen wolle man von „Heilung der Wunden“ sprechen. Das namibische Verhandlungsteam halte diesen Begriff aber für unzureichend. (rk)
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