US-Firmen verdienen an der deutschen Aufrüstung: Berlin kauft F-35 für die Luftwaffe

US-Firmen verdienen an der deutschen Aufrüstung: Berlin kauft F-35 für die Luftwaffe

Berlin/Washington. Washington kann mit seiner Kronkolonie, der Bundesrepublik Deutschland, zufrieden sein: an allem, was die Bundesregierung jetzt als Reaktion auf die Krise in die Wege leitet, verdient Uncle Sam kräftig mit. Zuerst blockierte Kanzler Scholz auf die unverhohlene Weisung von US-Präsident Biden hin die jahrelang hart umkämpfte Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die eigentlich die Energieversorgung Deutschlands und Europas sicherstellen sollte. Infolgedessen kann jetzt teures amerikanisches Schiefergas an die Deutschen verkauft werden.

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Auch vom 100-Milliarden-Rüstungskuchen bekommen die USA ein dickes Stück ab. Die Bundesluftwaffe will nämlich ihre neuen Kampfflugzeuge ebenfalls gleich direkt bei den Amerikanern kaufen, anstatt wie bisher zumindest auf ein europäisches Gemeinschaftsprojekt zu setzen. Als Nachfolgemodell für den in die Jahre gekommenen „Tornado“ hat man sich in Berlin nun für die amerikanische F-35 aus dem Hause Lockheed-Martin entschieden.

Die F-35 gilt als derzeit modernstes Kampfflugzeug der Welt und soll auch für die sogenannte Nukleare Teilhabe Deutschlands beschafft werden, ein Abschreckungskonzept der NATO, bei dem Verbündete Zugriff auf US-Atombomben haben. Wegen ihres speziellen Designs und einer besonderen Außenbeschichtung soll die F-35 für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken sein.

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Geplant ist die Anschaffung von bis zu 35 Stück des US-Kampfjets. Frühere Pläne des Verteidigungsministeriums sahen vor, die amerikanische F-18 zu kaufen, die aber für den Transport der in Deutschland lagernden Atombomben erst hätte zertifiziert werden müssen. Die F-35 ist hingegen bereits für Atomwaffen zertifiziert sowie für den elektronischen Kampf ausgerüstet.

Frühere Bedenken der Bundesregierung, der Kauf der F-35 könnte die gemeinsam mit Frankreich betriebenen Pläne für den Bau eines europäischen „Kampfflugzeugs der Zukunft“ (FCAS/ Future Combat Air System) konterkarieren, spielen in Berlin plötzlich keine Rolle mehr. Ob und wie es mit dem europäischen Gemeinschaftsjet weitergeht, steht nach der Entscheidung der Bundesregierung für die F-35 in den Sternen. (he)

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