US-Besatzer: In Germersheim entsteht das größte Gefahrstofflager außerhalb der USA

US-Besatzer: In Germersheim entsteht das größte Gefahrstofflager außerhalb der USA
Flickr/U.S. Army Photo by Lacey Justinger, 7th Army Training Command/CC BY 2.0

Germersheim. Die USA haben in Rheinland-Pfalz mit zwei Großbauvorhaben begonnen, wovon zumindest eines erhebliche Risiken mit sich bringt. In Germersheim entsteht derzeit das größte US-Gefahrstofflager außerhalb der USA, in dem nach Abschluß der Bauarbeiten künftig teils hochgiftige Stoffe gelagert werden sollen. Medien und Politiker hüllen sich darüber in Schweigen, während der gleichzeitige Bau eines US-Militärkrankenhauses in Weilerbach medienwirksam kommuniziert wird.

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Ungleich brisanter ist der Ausbau des Gefahrstofflagers im US-Depot Germersheim. Die Lagerkapazität von derzeit 70 Tonnen soll auf 1.900 Tonnen erweitert werden.

Schon vor Beginn der Bauarbeiten hatten die Pläne der US-Amerikaner, auf der US-Liegenschaft das größte Gefahrstofflager außerhalb der USA zu errichten, für Ärger unter der Bevölkerung gesorgt. Grund dafür ist die dürftige Informationspolitik der zuständigen Behörden. Bekannt ist lediglich, daß in dem Komplex nach Fertigstellung neben Ölen, Batterien und Hydraulikflüssigkeit auch Stoffe der höchsten Gefahrstoffklasse gelagert werden sollen.

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Ein Widerspruch der Anwohner gegen die von der Kreisverwaltung erteilte Betriebsgenehmigung wurde schon vor geraumer Zeit mit der Begründung abgelehnt, daß die Lager im US-Depot nicht unter sogenannte „genehmigungsbedürftige Anlagen“ nach § 1, Abs. 2 der vierten BImSchV (Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) fielen. Aber selbst der örtliche SPD-Kreisvorstand mußte auf seiner Webseite einräumen, daß sich diesbezügliche Aussagen der Amerikaner nicht überprüfen ließen, „da es sich um eine militärische Anlage handelt, bei der aus Geheimhaltungsgründen die Lagerung bestimmter Stoffe der Öffentlichkeit vorenthalten wird“.

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Eine Liste mit einer Übersicht über die künftig einzulagernden Stoffe der US-Armee, die den Germersheimer Stadtratsmitgliedern vorliegt, enthält nach Angaben der SPD Einzelstoffe, „die in die höchste Gefahrstoffklasse fallen“. Speziell soll es sich bei diesen Stoffen laut Informationen des AfD-Kreisverbands Germersheim unter anderem um Cadmiumfluorid und Dimethylsulfat handeln. Letzteres ist eine chemische Waffe, die im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde. Insgesamt 50 Tonnen des chemischen Kampfmittels sollen in Germersheim eingelagert werden oder gar bereits dort lagern, warnt die örtliche AfD.

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Doch das dürfte weder die Behörden noch die Amerikaner von ihren Plänen abhalten. 200 Lastwagen mit teils hochgiftigen Gefahrstoffen sollen nach den Plänen des US-Militärs künftig täglich in der Anlage ankommen. Diese Lkw werden Bundesstraßen und lokale Straßen befahren, ohne dabei den in Deutschland geltenden Schutzmaßnahmen zu unterstehen. Alles andere wäre im besetzten Germany auch wenig plausibel. (rk)

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