Unabhängiger Forscher im „Focus“-Interview: Die Corona-Sterbezahlen sind viel zu hoch
Berlin. Ein weiterer herber Schlag für die Corona-Politik von Bund und Ländern: Nachdem die Weltgesundheitsorganisation erst unlängst die Aussagekraft der sogenannten PCR-Tests stark einschränkte, wankt jetzt eine weitere Säule der Corona-Politik: die angeblichen Sterbezahlen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Offiziell sollen bisher mehr als 50.000 Menschen in Deutschland an oder mit Corona gestorben sein. Es gibt aber gute Gründe, anzunehmen, daß das nicht stimmt. Der Mediziner Bertram Häussler vom Gesundheitsforschungsinstituts IGES geht jetzt in einem „Focus“-interview hart mit dem Robert-Koch-Institut und seinen Zahlen ins Gericht. Er kritisiert einen erheblichen Verzug bei der Übermittlung der Sterbezahlen. Dadurch werde ein verzerrtes Bild zur Grundlage für politische Entscheidungen.
Häussler wörtlich im „Focus“-Interview: „Durchschnittlich spiegelt die vom RKI täglich veröffentlichte Anzahl der Todesopfer den Stand von vor etwa drei Wochen wieder.“ Das heißt, daß die gemeldeten Toten nicht innerhalb des letzten Tages gestorben sind, sondern die Zahl an diesem Tag übermittelt wurde. Gestorben könnten sie noch Tage oder sogar Wochen vorher sein. Die vom RKI täglich vermeldeten Daten seien dann so veraltet, daß sie ein verzerrtes Bild zeigten.
Häussler weist darauf hin, daß er genau dies mit einem Team des unabhängigen Berliner Gesundheitsforschungsinstituts IGES schon seit August mit dem „Pandemie-Monitor zum Infektionsgeschehen“ dokumentiere. Dafür würden die Zwischenstände der Neuinfektionen und Todesfälle der RKI-Falldatenbank studiert – auf dieser Grundlage könne rückwirkend ausgerechnet werden, wie viele Todesmeldungen jeden Tag dazukommen.
Als Beispiel führt Häussler die Todeszahlen an, die im Oktober gemeldet wurden. Sie hätten eine viel zu positivere Situation gezeigt, die nicht zu den damals bereits stark steigenden Neuinfektionen gepaßt habe, so der Forscher. Umgekehrt gingen die derzeit hohen Sterbezahlen auf Infektionen Ende November bis Anfang Dezember zurück und zeichneten ein übertriebenes Bild der Situation.
„Am 15. Januar beispielsweise hat das RKI 1113 neue Todesfälle für den Vortag vermeldet – unsere Analyse zeigt aber, daß am Vortag nur 20 Menschen gestorben sind“, sagt Häussler.
Daß die Übermittlung der Zahlen so lange dauert, erklärt Häussler mit internen administrativen Vorgängen im RKI und den Gesundheitsämtern. Korrekt wäre es aus seiner Sicht, die Sterbefälle nach dem Datum abzubilden, an dem sie als infiziert gemeldet worden sind – wie es auch in seinen eigenen Modellierungen der Fall ist.
Häusslers Fazit: da die Gesundheitsämter mit der Nachverfolgung aktueller Infektionen total überlastet seien, müßten sie technisch und personell so ausgestattet werden, daß eine sofortige Meldung an das RKI ohne großen Zeitverzug erfolge. Auch die Krankenhäuser müßten die Todesfälle direkt an die Gesundheitsämter melden. Häussler hält es generell für gefährlich, daß das derzeitige Meldesystem keine gute Orientierung biete und dann Grundlage für die Lockdown-Entscheidungen sei, „die uns Milliarden kosten“.
Vor diesem Hintergrund hat er den Verdacht, daß auch die Verlängerung des „harten“ Lockdowns bis 15. Februar eine übereilte Entscheidung gewesen sei. (tw)
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