Umstrittener Schritt: Bundeswehr beginnt „Turbo-Ausbildung“ für ukrainische Panzerfahrer

Umstrittener Schritt: Bundeswehr beginnt „Turbo-Ausbildung“ für ukrainische Panzerfahrer
Bundeswehr/Michel Baldus

Munster. Ein riskanter Schritt: die Bundeswehr nimmt jetzt ihre Ausbildung von ukrainischen Soldaten an „Leopard-2“-Panzern auf, die demnächst in die Ukraine geliefert werden sollen. Die Ukrainer sollen in einem „Turbo-Lehrgang“ ausgebildet werden und schon Ende März mit den Panzern an die Front im Donbass zurückkehren.

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Die Luftwaffe holte in den vergangenen Tagen erste Gruppen von ukrainischen Soldaten mit Militärmaschinen von Polen aus nach Deutschland. Mitte kommender Woche soll das Training auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen starten.

Einige der Soldaten sollen direkt von der Front nahe der Stadt Bachmut kommen. Auf dem Übungsplatz Munster werden ukrainische Einheiten seit Ende Januar bereits am Schützenpanzer „Marder“ ausgebildet.

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Die Bundeswehr plant einen Schnell-Lehrgang: in nur sechs bis acht Wochen sollen die ukrainischen Soldaten die Grundlagen der Bedienung des komplexen Waffensystems erlernen. Eine gründliche Ausbildung dauert normalerweise mehrere Jahre. Unter Experten ist die Turbo-Ausbildung denn auch umstritten – weder eine routinierte Bedienung des „Leopard“ sei den ukrainischen Soldaten in so kurzer Zeit beizubringen noch erst recht das Zusammenwirken mit anderen Waffensystemen – etwa dem Schützenpanzer „Marder“ – auf dem Gefechtsfeld.

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Die Bundesregierung hat mit dem Ausbildungsprogramm eine der vielen „roten Linien“ im Ukraine-Konflikt überschritten. Bislang stellt sie sich zwar auf den Standpunkt, daß Deutschland nicht Kriegspartei ist. Aber schon im Mai stellte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einem zwölfseitigen Gutachten fest: „Erst wenn neben der Belieferung mit Waffen auch die Einweisung der Konfliktpartei bzw. Ausbildung an solchen Waffen in Rede stünde, würde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung verlassen.“ (he)

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