Ukrainische Generalkonsulin will keine „Willkommensklassen“: „Die nationale Identität muß erhalten bleiben“

Lübeck. Bemerkenswerte Töne von der ukrainischen Generalkonsulin in Deutschland, Iryna Tybinka. Sie forderte jetzt von der Kultusministerkonferenz (KMK) in Lübeck, daß die ukrainischen Flüchtlingskinder in Deutschland nach dem ukrainischen Lehrplan unterrichtet werden. Bundesdeutsche Integrationsvorhaben lehnt sie kategorisch ab – die ukrainischen Kinder in Deutschland sollen in der Ferne nicht der ukrainischen Heimat entfremdet werden und so bald als möglich wieder dorthin zurückkehren.

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Bei ihren deutschen Zuhörern erntete die ukrainische Generalkonsulin mit ihrer Rede viel Verwunderung, und zwar wegen des ungewohnten Patriotismus ebenso wie wegen ihrer Ablehnung der bundesdeutschen Bildungspolitik.

Frau Tybinka wurde deutlich: die sogenannten Integrationsklassen bedeuteten „für die ukrainischen Kinder eine Wand des Unverständnisses, das Gefühl der Minderwertigkeit und des geringen sozialen Schutzes“. Die ukrainischen Kinder in Deutschland sollten vielmehr nach dem ukrainischen Lehrplan beschult werden. Dafür nannte sie vier Gründe: „1. Es geht nur um einen vorübergehenden Aufenthalt. 2. Die Kinder brauchen Kontinuität beim Bildungsprozeß. 3. Die nationale Identität muß erhalten bleiben. 4. Zusätzlicher psychischer Druck muß vermieden werden.“

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Außerdem beklagte die Generalkonsulin, daß die Ukraine bisher im deutschen Geschichtsunterricht keine Rolle spiele. Sie sprach von „einem weißen Fleck im Wissen der deutschen Gesellschaft“. Und: „Die Ukraine ist ihrem Territorium nach das größte Land Europas. Ein Land mit einer jahrtausendalten Geschichte, die sich häufig mit der historischen Entwicklung Deutschlands gekreuzt hat und von ihr beeinflußt wurde. Und diese Geschichte fehlt in den schulischen Lehrplänen und Richtlinien praktisch gänzlich. In Deutschlands Lehrplänen und Richtlinien dominiert nach wie vor Rußland und russischer Imperialismus.“

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Die Generalkonsulin schlug vor, die ukrainischen Kinder über die digitale Plattform e-school.net.ua zu beschulen und stark auf den Einsatz von ukrainischen Lehrkräften zu setzen, die zusammen mit den Kindern geflüchtet seien.

Applaus bekam die Konsulin vom bildungspolitischen Sprecher der AfD-Hauptstadtfraktion Thorsten Weiß. „Die Forderung der Generalkonsulin ist absolut gerechtfertigt. Sie stellt sich mit ihren Forderungen auch gegen den immer weiter ideologisierten deutschen Schulunterricht. Die Flüchtlinge aus der Ukraine wollen nur für die Dauer des Krieges in Deutschland bleiben. Daher ist es wichtig, die Kinder in ihrer Heimatsprache und nach ukrainischem Lehrplan zu unterrichten. Alleine diese Forderung zeigt den Unterschied zu 2015: Die Ukrainer wollen nicht in unser Sozialsystem einwandern, sie suchen temporären Schutz.“ (st)

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