Ukrainer-Ausbildung mit Tücken: Nicht nur Sprachprobleme machen es der Bundeswehr schwer
Strausberg. Rund 10.000 ukrainische Soldaten sollen bis Jahresende von der Bundeswehr für ihren Einsatz im Kampf gegen Rußland ausgebildet werden. Dabei steht alles auf dem Programm, was auch Bundeswehrsoldaten lernen – von der Schieß- und Gefechtsausbildung bis hin zur Versorgung von Verwundeten. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen der EU-Mission EUMAN UA in Strausberg.
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Aber: es läuft nicht rund, wie jetzt aus dem Erlebnisbericht eines Beteiligten in der britischen „Financial Times“ hervorgeht. Der niederländische Brigadegeneral Martin Bonn schilderte dort seine Erfahrungen im Rahmen des Bundeswehr-Ausbildungsprogramms – und läßt dabei unfreiwillig Probleme und Schwachstellen erkennen.
Das größte Problem ist ganz banal: es fehlt an geeigneten Übersetzern. Laut dem niederländischen General kommen diese in der Regel aus der zivilen Wirtschaft (weder ist bei den ukrainischen Streitkräften Deutsch geläufig noch bei der Bundeswehr Ukrainisch). Aber ihr Vokabular für den militärischen Dienstgebrauch ist oft unzulänglich.
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„Die Übersetzer sind das Problem Nummer 1“, läßt Bonn die „Financial Times“ wissen. „Große Schwierigkeiten bereitet der Wortschatz aus dem militärischen oder technischen Bereich … also Wörter, die niemand im alltäglichen Leben verwendet.“
Herausfordernd seien aber auch die großen Unterschiede unter den ukrainischen Soldaten – unwillkürlich drängt sich der Vergleich mit dem früheren „Volkssturm“ am Ende des Zweiten Weltkrieges auf: einer der Teilnehmer ist über 70 Jahre alt, was darauf schließen läßt, daß es sich die ukrainischen Rekrutierungsbüros nach eineinhalb Jahren Krieg nicht mehr leisten können, wählerisch zu sein. Offenbar ist das aber kein Einzelfall. Es gebe Teilnehmer, die noch zu Sowjetzeiten (also vor 1991!) ausgebildet worden seien und nun glaubten, daß „sie alles besser wissen“, erfuhr die „Financial Times“. (mü)
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