Ukraine-Krieg: Wer prorussische Verräter entlarvt, wird belohnt
Kriwoj Rog. Ukrainer sollen den Behörden künftig bei der Jagd nach russischen Spionen oder auch nur pro-russisch eingestellten Mitbürgern helfen. Wer beim Aufspüren mithilft, dem winkt eine finanzielle Belohnung. Das verkündete jetzt per Videobotschaft der Leiter der Militärverwaltung von Krywyj Rih (Kriwoj Rog), Oleksandr Wilkul. Er verspricht darin jedem einen Lohn, der auch nur Informationen über Spione und „Verräter“ liefert.
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„Ich garantiere es: wenn ein echter Spion aufgrund Eurer Informationen verhaftet wird, werde ich der Person, die uns die Informationen geliefert hat, persönlich 50.000 Griwna zahlen”, unterstreicht Wilkul. Wichtig sei ein Beweis, etwa eine Audio- oder Videoaufnahme. Auch wenn es sich bei dem Beschuldigten nur um einen „Agitator“ für die „russische Welt” handelt – kein Spion im strengen Sinne –, winken 10.000 Griwna, umgerechnet 265 Euro. „Solche Leute sind in der Tat auch feindliche Agenten mit Einfluß.”
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Pikantes Detail: Wilkul selbst mutierte vom Saulus zum Paulus. Bis zum Beginn des russischen Einmarsches im Februar galt er als rußland-freundlich und zog sich den Haß ukrainischer Nationalisten zu, weil er kulturelle Veranstaltungen im sowjetischen Stil mit russischen Liedern förderte. Selenskyj und Wilkul waren politische Gegner. Wilkul saß zunächst 2006 als Abgeordneter der Partei der Regionen im Kiewer Parlament. Ab 2010 war er sogar Gouverneur der Oblast Dnipropetrowsk, ab 24. Dezember 2012 stellvertretender Ministerpräsident der Ukraine. Bei der Parlamentswahl 2014 trat Wilkul auf Listenplatz zwei des Blocks der Opposition, einer Listenverbindung prorussischer Parteien, an.
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Am 24. Februar, einen Tag nach Beginn des Ukraine-Krieges, will Wilkul einen Anruf von einem früheren prorussischen Ministerkollegen erhalten haben, der ihn für die Kooperation mit Rußland gewinnen wollte. Angeblich hat dieses Ereignis zum spontanen Gesinnungswechsel geführt. Seither ist Wilkul vorgeblich glühender ukrainischer Nationalist. (mü)
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