Überwachungsvideo erschüttert Gil Ofarims „Antisemitismus“-Geschichte: Polizei hat „ernstzunehmende Zweifel“

Leipzig. In Leipzig bricht offenbar gerade ein dreistes Lügengebäude zusammen. Im dortigen Westin-Nobelhotel will der – relativ unbekannte – israelischstämmige Sänger Gil Ofarim am Abend des 4. Oktober beim Einchecken drastisch diskriminiert worden sein. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen und einschlägige Empörungsrituale: demnach soll der 1982 in München als Gil Doron Reichstadt geborene Rocksänger an der Rezeption des Hotels wegen seines am Halskettchen getragenen Davidssterns brüskiert und aufgefordert worden sein, diesen abzunehmen – dann könne er einchecken. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Ofarim, der wegen des Falls Anzeige erstattete, behauptete auch, der Hotelportier habe immer wieder andere Gäste aus der Warteschlange ihm vorgezogen, während er habe warten müsse. Zwei Hotelangestellte wurden wegen des angeblichen Vorfalls mittlerweile vorläufig suspendiert. In den sozialen Medien zog Ofarim die ganz große Trumpfkarte und mimte das „Antisemitismus“-Opfer.

Allerdings: die Polizei äußert inzwischen „ernstzunehmende Zweifel“ an Ofarims Geschichte. Auf einem mittlerweile aufgetauchten Überwachungsvideo ist Ofarim am fraglichen Abend aus mehreren Blickwinkeln zu sehen – allerdings ohne Davidsstern am Hals.

Auch die Hotelangestellten schilderten die Situation anders. Demnach habe ein Mitarbeiter namens Herr W. drei Gäste vorgelassen. Ofarim sei wütend geworden, es sei zu einem „Wortgefecht“ gekommen. Er wurde daraufhin aufgefordert, das Hotel zu verlassen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Der beschuldigte Hotelangestellte erstattete Anzeige wegen Verleumdung und Bedrohung. Auch er schilderte den Vorfall „deutlich abweichend von den Aussagen des Künstlers“. Ofarim erstattete ebenfalls Strafanzeige gegen den Angestellten.

Nach dem neu aufgetauchten Überwachungsvideo zeichnet sich nun eine überraschende Wende ab. Unter anderem die „Leipziger Volkszeitung“ berichtete am Wochenende unter Berufung auf Polizeikreise, der Verdacht erhärte sich, daß Ofarim die Kette mit dem Davidstern zum Zeitpunkt seines Aufenthalts im Hotel nicht sichtbar um den Hals getragen habe.

Auch Ofarim rückt inzwischen dezent von seiner Geschichte ab und ließ die ”„Bild“-Zeitung wissen, er könne sich nicht mehr daran erinnern, ob er die Kette an dem fraglichen Abend im Hotel sichtbar getragen habe oder nicht. Dann legte er vielsagend nach: „Es geht nicht um die Kette. Es geht eigentlich um etwas viel Größeres.“

Die Polizei untersucht den Vorfall weiter. (rk)

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