Trotz westlicher Kriegspolitik: Putin bietet sofortige Wiederaufnahme der Gaslieferungen an

Moskau. Trotz des Konfrontationskurses des Westens hat Kremlchef Putin jetzt erneut angeboten, die Gaslieferungen nach Europa unverzüglich wieder aufzunehmen – über einen unbeschädigten Teil der Nord Stream-Pipeline. Die Entscheidung darüber liege bei der EU. Sie müsse schlicht den Gashahn wieder aufdrehen, erklärte Putin in seiner Rede auf dem internationalen Forum der Russischen Energiewoche.

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Der Ball liege bei der EU. Sie müsse entscheiden, ob sie Gas über die Pipeline liefern wolle. Putin wörtlich: „Rußland ist bereit, mit solchen Lieferungen zu beginnen. Der Ball liegt im Feld der EU. Wenn sie will, kann sie einfach den Hahn aufdrehen.“

Rußland habe nichts mit den himmelhohen Energiepreisen zu tun, mit denen die Europäer in diesem Winter konfrontiert seien, erklärte Wladimir Putin, und beschuldigte stattdessen den Westen, eine globale Energiekrise zu schüren. Es seien die ärmsten Länder, die den höchsten Preis für die steigenden Energiekosten zu zahlen hätten, fügte Putin hinzu.

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Gleichzeitig schloß Putin Länder mit Preisdeckeln von Energielieferungen aus: „Rußland wird nicht gegen den gesunden Menschenverstand handeln und für das Wohlergehen anderer bezahlen. Wir werden keine Energieressourcen an Länder liefern, die ihre Preise begrenzen.“

Die EU hatte in der vergangenen Woche weitere Rußland-Sanktionen beschlossen, darunter einen Ölpreisdeckel. Putin warnte nun zudem, durch eine solche Preisbremse werde sich das Investitionsklima weltweit verschlechtern.

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Rußland könne die Lieferungen für die beschädigte Nord-Stream-Pipeline zum Schwarzen Meer umleiten, um in der Türkei einen wichtigen europäischen Gasknotenpunkt zu schaffen, erklärte Putin weiter. „Den verlorengegangenen Umfang des Gastransits über Nord Stream könnte Rußland durch das Schwarze Meer leiten und so in der Türkei einen riesigen Gas-Hub schaffen, wenn unsere europäischen Partner daran interessiert sind.“ Die Pipeline Turkstream sei ohnehin sicherer als die Route durch die Ostsee, meinte er.

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Ansonsten werde Rußland sein Gas aber in jedem Fall auf dem Weltmarkt los, fügte der Kremlchef hinzu. Dazu baue Rußland schon jetzt seine Infrastruktur aus. Putin erinnerte in diesem Zusammenhang an den Bau der Pipeline „Kraft Sibiriens 2“ (Power of Siberia) nach China sowie einer Gasleitung in die Mongolei. Er kündigte zudem an, daß Rußland Produktion und Export von Erdöl bis 2025 auf dem gegenwärtigen Niveau halten werde. Trotz der Sanktionen des Westens werde Rußland seine weltweit führende Position auf dem Energiemarkt nicht aufgeben. (mü)

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