Südafrika zerfällt: Krawalle, Plünderungen, Korruption
Pretoria. Das gelegentlich als multikulturelles Vorzeigeland angepriesene Südafrika wird immer mehr zum „failed state“. Bei Protesten und gewalttätigen Plünderungen in zwei Provinzen gab es in den letzten Tagen mindestens 72 Tote. Jetzt greift der Aufruhr offenbar auf weitere Provinzen über. Auch in den Provinzen Mpumalanga und Northern Cape gab es ähnliche Zwischenfälle. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Die Afrikanische Union (AU) rief angesichts der Gewalt dringend zu einer Wiederherstellung der Ordnung auf. In den betroffenen Gebieten bildeten sich laut Medienberichten Bürgerwehren, um ein Überschwappen aus den geplünderten und oftmals zerstörten Gewerbegebieten in die Wohnviertel zu verhindern.
Das mittlerweile zur Unterstützung der Polizei mobilisierte Militär wurde laut Regierungsangaben vor allem an strategischen Punkten rund um Krankenhäuser und Flughäfen, aber auch im Township Alexandra bei Johannesburg stationiert.
Während der Unruhen wurden auch mindestens vier Ausländer aus Somalia getötet und weitere verletzt. Ziel der Ausschreitungen waren aber auch Geschäfte anderer Ausländer. Im Internet kursieren Berichte, wonach Weiße zusammen mit Indern den Schutz ihrer Geschäfte und Stadtviertel organisieren, um sich vor den schwarzen Plünderern zu schützen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Die Krawalle hatten sich zunächst aus Protesten gegen die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma entwickelt; innerhalb weniger Tage griffen die Ausschreitungen dann im industriellen Herz des Landes rund um Johannesburg sowie Zumas Heimatprovinz KwaZulu-Natal um sich. Zuma war wegen Mißachtung der Justiz zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt worden, die er am Mittwoch antrat. Er muß sich auch wegen Korruptionsvorwürfen verantworten.
Da in Südafrika in den vergangenen 30 Jahren eine eskalierende Gewalt gegen Weiße mit zehntausenden Todesopfern umsichgriff, müssen insbesondere die Buren auf der Hut sein ob der aktuellen Gewaltspirale. (mü)
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