Strom nirgends teurer als in Deutschland: „Dümmste Energiepolitik der Welt“
Berlin. Die Strompreise in Deutschland steigen sprunghaft. Im Januar mußten Weltrekordpreise bezahlt werden – kein Land zahlt mehr für Elektrizität. Nach den neuen Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft haben deutsche Haushalte im Januar 2022 durchschnittlich 36,19 Cent für eine Kilowattstunde bezahlt. Damit müssen die Deutschen inzwischen im Vergleich zum internationalen Durchschnitt fast dreimal so viel für den Strom aus der Steckdose bezahlen.
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In Italien liegt der Preis bei 25 Cent, in der Schweiz, in den Niederlanden und Polen bei nur 19 Cent. In großen Ländern wie den USA (16 Cent) oder Brasilien (14 Cent) kostet Strom nicht einmal halb so viel wie in Deutschland. In Kanada (12 Cent) oder Südkorea (11 Cent) zahlen Verbraucher gar nur ein Drittel, in Indien (8 Cent) und China (9 Cent) gar nur ein Viertel des deutschen Preisniveaus.
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Die Verbände der deutschen Industrie schlagen daher Alarm, daß die hohen Energiepreise den deutschen Wirtschaftsstandort akut bedrohen. Der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) fordert deshalb die vor allem die Abschaffung der hohen EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien: „Die EEG-Umlage ist ein Hemmschuh für den Industriestandort Deutschland. Gerade im wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Krise und beim Klimaschutz bremst sie Unternehmen und Verbraucher aus“, sagt Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer. Vor allem energieintensive Industrien (Stahl, Metalle, Papier, Glas, Aluminium, Zement) drohten aus Deutschland abzuwandern.
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„Die Energiewende droht Privathaushalte und Unternehmen finanziell zu überfordern“, moniert auch Rechnungshof-Präsident Kay Scheller.
Die extremen Strompreise entlarven nach Ansicht der Wirtschaftsverbände grundlegende Probleme der deutschen Energiepolitik. Deutschlands Versuch, aus Öl, Kohle und Atom gleichzeitig auszusteigen, wird auch im Ausland zusehends als riskantes Unterfangen angesehen. Das „Wall Street Journal“ kommentierte den deutschen Weg bereits als „dümmste Energiepolitik der Welt“. Deutschland habe schon jetzt die höchsten Strompreise der Welt, riskiere seinen industriellen Standort, erfülle aber trotzdem seine Klimaziele nicht. (se)
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