Streit um Streumunition: Rußland kündigt ebenfalls Einsatz an
Moskau. Die nächste Eskalationsrunde im Ukrainekrieg: nachdem die USA angekündigt haben, der Ukraine Streumunition zu liefern – die international geächtet ist –, reagierte Moskau prompt. Mehrere russische Spitzenpolitiker kündigten an, daß im Gegenzug auch die russische Seite gezwungen sein könnte, Streumunition aus ihren Beständen einzusetzen.
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Verschärft hat sich die Lage, nachdem die ukrainischen Streitkräfte offenbar am Dienstagabend erstmals Streumunition verschossen haben. Ort des Geschehens soll die Stadt Tokmak in der Region Saporoschje sein. Laut den örtlichen Rettungskräften wurden Einschläge in der Nähe einer Geflügelfarm sowie am Ortsausgang verzeichnet.
Der russische Verteidigungsminister Schoigu hatte bereits im Laufe des Tages erklärt, sollte Kiew tatsächlich Streumunition einsetzen, werde Rußland nichts anderes übrigbleiben, als ebenfalls Streumunition zu verschießen. Rußland sehe sich gezwungen „ähnliche“ Waffen einzusetzen, sagte Schoigu.
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Auch der frühere russische Ministerpräsident und derzeit stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates, Medwedew, nahm Bezug auf die Beschießung von Tokmak. „Also ist es an der Zeit, unsere Arsenale an diesen unmenschlichen Waffen auszugraben“, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal.
Eine frühere Pentagon-Analystin wartet unterdessen mit einer neuen Erklärung für die amerikanische Streumunition-Lieferung auf: weil sich die international geächtete Munition auf dem Weltmarkt nicht gut verkaufen lasse, soll sie zweckmäßigerweise in der Ukraine verfeuert werden. „Das Interesse des Pentagons scheint darin zu liegen, sich von den Munitionsvorräten zu befreien“, ließ die ehemalige US-Geheimdienstanalystin Karen Kwiatkowski die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti wissen. (mü)
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