Streit um Moria-„Flüchtlinge“: Athen hält deutsche Pläne für „gefährlich“

Berlin/Athen. Während sich deutsche Politiker darin überbieten, „Flüchtlinge“ aus dem abgebrannten Asylantenlager in Moria auf Lesbos nach Europa holen zu wollen, ist die griechische Regierung an solchen Angeboten gar nicht interessiert. Die Griechen halten den deutschen Plan sogar für „gefährlich“. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte: „Es besteht kein Zweifel, daß Moria von einigen hyperaktiven Flüchtlingen und Migranten niedergebrannt wurde, die ihre sofortige Umsiedlung von der Insel erzwingen wollen.“ Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Man wolle verhindern, daß Migranten sich durch einen Aufruhr Asyl in einem andern Land erzwingen können, ergänzte Migrationsminister Notis Mitarakis.

Moria ist nicht das einzige Lager in Griechenland. Auf Kos, Samos, Chios und Leros harren ebenfalls Tausende Flüchtlinge aus. Die griechische Regierung befürchtet, daß auch dort Bewohner Brände auslösen könnten.

Die Diskussion über die Aufnahme von Migranten sorgt in Europa für Spannungen. Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz etwa will keine Migranten aufnehmen, sondern sich vielmehr um die Integration der bereits Eingereisten kümmern. Und: „Eine Situation wie 2015 darf sich keinesfalls wiederholen.“ (mü)

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