Streit um die „Remigration“: Alice Weidel kann Marine Le Pen nicht überzeugen
Berlin/Paris. Marine Le Pen, Chefin des Rassemblement National (vormals Front National), ist ohnehin keine Freundin der Deutschen. Jetzt stänkert sie erneut gegen die AfD. Sie stößt sich an der Diskussion über die „Remigration“, also die geordnete Rückführung von Ausländern, die seit einigen Wochen in Deutschland die Gemüter erhitzt. Die AfD hatte sich die „Remigrations“-Forderung zueigen gemacht.
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Um klarzustellen, worum es dabei geht, traf sich AfD-Chefin Alice Weidel kürzlich sogar eigens mit Marine Le Pen und anderen führenden RN-Funktionären in Paris. Doch obwohl die Zusammenkunft in angeblich harmonischer Atmosphäre stattfand, bleibt die RN-Vorsitzende bei ihren Vorbehalten. Auch ein jüngst zur weiteren Klarstellung abgefaßter Brief, den Weidel an Le Pen schickte, konnte offenbar die französischen Vorbehalte nicht ausräumen. AfD und Rassemblement gehören im Europaparlament beide der Fraktion „Identität und Demokratie“ (ID) an.
Jetzt legte Marine Le Pen nach und bleibt pampig. „Da bleiben viele Fragen ungeklärt“, sagte sie über Weidels Brief. „Es hat mir auch nicht sonderlich gefallen, den Inhalt des Schreibens aus der Presse zu erfahren, bevor ich es erhalte“, fügte sie hinzu.
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Weidel legte darin dar, der Ausdruck „Remigration“ bedeute „lediglich die Anwendung geltenden Rechts in Deutschland“. „Er ist auch mit der Hilfe zur Rückkehr ins Ursprungsland verbunden“, betonte Weidel. Weiter schreibt sie, das „linksradikale und von der Regierung finanzierte“ Medienunternehmen Correctiv habe mit „Dramatisierungen und Lügen“ über das angebliche „Geheimtreffen“ in Potsdam berichtet, bei dem es im November 2023 unter Beteiligung des österreichischen Identitären-Chefs Martin Sellner um das Remigrations-Thema gegangen war, und habe dabei „hinterhältige Vergleiche“ gezogen. Diese Darstellung sei ungeprüft von fast allen Medien übernommen worden. Für die Bundesregierung sei es eine „willkommene Gelegenheit“ gewesen, von den eigentlichen Problemen des Landes abzulenken, schreibt die AfD-Vorsitzende weiter.
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Im übrigen wünscht sie Marine Le Pen gutes Durchhaltevermögen für den anstehenden Europawahlkampf. „Dieser sollte eine erfolgreiche Etappe auf dem Weg zur ersten Präsidentin Frankreichs werden“, heißt es abschließend in dem Brief. Er konnte Marine Le Pen offenbar nicht überzeugen. Man muß wohl in Rechnung stellen, daß die RN-Chefin andere Gründe für ihren Konfrontationskurs der AfD gegenüber hat. (mü)
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