Steiniger Weg zur Unabhängigkeit: Schottische SNP hält am Referendum fest

Edinburgh. Großbritannien hat den Brexit noch nicht verdaut, da droht schon neuer Ärger: die Befürworter einer Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien haben jetzt mit einem Elf-Punkte-Plan ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Die Schottische Nationalpartei (SNP) von Regierungschefin Nicola Sturgeon kündigte an, nach Ende der Pandemie ein „legales Referendum“ durchzuführen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Voraussetzung dafür sei, daß Pro-Unabhängigkeitsparteien bei der für den 6. Mai geplanten Regionalwahl erneut eine Mehrheit erhalten.

Der britische Premierminister Johnson lehnt ein neues Referendum strikt ab. In ihrer „Roadmap“ betont die SNP, die britische Regierung in London habe drei Möglichkeiten. Entweder sie gestehe ein, daß das schottische Parlament bereits die Befugnis besitze, ein Referendum anzuberaumen, oder genehmige die Abstimmung offiziell. Alternativ könne sie versuchen, „den Wunsch des schottischen Volkes“ vor Gericht anzufechten. Dem werde sich die Partei energisch entgegenstemmen, zitierte die Zeitung „The National“ am Samstag die SNP.

Regierungschefin Sturgeon tritt vehement für ein zweites Referendum ein. Sie argumentiert, daß der Brexit, den die Schotten mit deutlicher Mehrheit abgelehnt hatten, ein neues Licht auf die erste Volksabstimmung werfe. 2014 hatte zwar eine knappe Mehrheit gegen die Loslösung von Großbritannien gestimmt, damals war das Vereinigte Königreich aber noch Mitglied der EU. Derzeit befürwortet in Umfragen eine Mehrheit die Unabhängigkeit. (mü)

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