Sprachkampf auf französisch: Macron will Gendersprache verbieten

Paris. Mitunter läßt der französische Präsident Macron Reste an nationaler Interessenpolitik erkennen. Jetzt warnte er davor, im Streit um die sogenannte „gendergerechte“ Sprache „dem Zeitgeist nachzugeben“. Bei der Einweihung des ersten Museums für die französische Sprache im Jagdschloß von Villers-Cotterêts versprach er, „die französische Sprache vor den Auswüchsen der sogenannten inklusiven Schreibweise schützen“ zu wollen.

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Dann ging der Präsident ins Detail: die Stärke der französischen Syntax (= Satzbau) bestehe darin, daß sie sich nicht dem Zeitgeist beugt, sagte Macron unter Applaus. Denn: „In unserer Sprache umfaßt das Maskulinum das Neutrum. Man braucht keine Punkte in der Mitte der Wörter oder Bindestriche hinzuzufügen, um sie lesbar zu machen“, sagte Macron.

Im Senat wird diese Woche über einen Gesetzentwurf der rechtsbürgerlichen Mehrheit beraten, der das Gendern in Gesetzestexten, aber auch in Gebrauchsanweisungen, Arbeitsverträgen und anderen Alltagsdokumenten verbieten soll.

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Die öffentliche Debatte über Gender-Sonderregeln wird auch in Frankreich seit Jahren erhitzt geführt. Die renommierte Académie Française etwa hat die Gendersprache als „tödliche Gefahr“ für das Französische gebrandmarkt. Macron hatte bislang immer einen Mittelweg gewählt und bei Ansprachen etwa „Franzosen und Französinnen“ angesprochen. Aber im französischen Außenministerium ist, anders als im Auswärtigen Amt, das Gendern rundweg verboten. (mü)

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