So tolerant sind die „Toleranten“: Keine Bühne für Xavier Naidoo!

Rostock. Die Bundesrepublik hält sich viel auf ihre „Toleranz“ zugute – doch wenn es darauf ankommt, ist es damit oft nicht weit her. Diese Erfahrung macht jetzt erneut der Sänger Xavier Naidoo, den Mainstream-Medien seit längerem im Verdacht haben, mit den „Reichsbürgern“ zu sympathisieren und Corona-„Verschwörungstheoretiker“ zu sein. Die Rostocker Bürgerschaft – das Stadtparlament der Hansestadt – hat sich jetzt gegen ein Konzert Naidoos im August in der Stadthalle ausgesprochen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Die Mehrheit der Bürgerschaft schloß sich einem gemeinsamen Antrag der Linken, Grünen und der SPD an. Darin heißt es unter anderem, daß Naidoo den Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahestehe und rassistische Ressentiments schüre. Die Bürgerschaft hatte sich bereits im Juni 2020 mit der Absage beschäftigt, der Antrag hatte damals aber keine Mehrheit gefunden.

Die Rostocker Stadtverwaltung äußert hingegen erhebliche rechtliche Bedenken gegen die Entscheidung der Bürgerschaft. Öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle seien zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet. Bei der Vermietung der Einrichtungen dürfe kein Veranstalter oder Künstler ausgeschlossen werden, weil die religiösen oder politischen Ansichten nicht geteilt werden.

Zudem drohe ein Imageverlust für die Stadt, argumentierte die Verwaltung. Es bestünden Bedenken über die Auswirkungen für künftige ähnlichgelagerte Fälle. Die Stadt laufe Gefahr, daß Künstler, die sich öffentlich kritisch äußern, in Rostock nicht willkommen seien.

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hat nun 14 Tage Zeit, gegen die Entscheidung Widerspruch einzulegen. (rk)

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