„Sie geloben Apartheid die Treue“: Dieter Hallervorden bringt Israel-Hörige zur Weißglut
Berlin. Der hochbetagte Kabarettist und Schauspieler Dieter Hallervorden hat sich bei der Israel-Lobby extrem unbeliebt gemacht: er hat in einem dreiminütigen Gedicht Israel im Gaza-Streifen „Völkermord“ vorgeworfen. Unterlegt war der Clip, der auf Instagram fünfstellige Zugriffszahlen verzeichnet, mit Propagandavideos der Hamas. Als besonderen Tabubruch werten Mainstream-Politiker aber, daß Hallervorden im Zusammenhang mit Israels Politik von Apartheid und Völkermord spricht.
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Das Gedicht hat er gemeinsam mit dem Liedermacher und ehemaligen Bundestagsabgeordneten der Linken, Diether Dehm, verfaßt.
Über einen Vater aus Gaza, dessen Kind getötet wurde, sagt Hallervorden darin: „Soll ich diesem Vater empfehlen, so cool wie ein Talkgast zu sein, sich bloß in keinem Wort zu verfehlen, das antisemitisch erscheint?“ Über die deutsche Politik heißt es in Reimform: „Sie geloben Apartheid die Treue, von Ampel bis AfD.“ Zuguterletzt kritisiert Hallervorden auch Waffenlieferungen an Israel und fragt: „Und das soll kein Völkermord sein?“
Politiker der etablierten Parteien sind darüber natürlich aus dem Häuschen und geraten förmlich ins Hyperventilieren. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann sprach von „selbstgerechtem Antisemitismus“ und gab zu Protokoll: „Zum Würgen“.
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Hallervorden sieht sich allerdings bislang nicht veranlaßt, von seinen Positionen abzurücken, und beharrt vielmehr auf seinem Recht auf freie Meinungsäußerung. Der RB-„Abendschau“ sagte er: „Ich habe von meinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht, wohl wissend, daß ich damit nicht die Meinung aller äußere.“ Er glaube aber, „daß die Situation im Gazastreifen nicht mit dem Völkerrecht vereinbar ist, daß die Situation nichts zu tun hat mit Menschlichkeit“.
Bereits vor einigen Wochen hatte Hallervorden einen Beitrag auf Instagram geteilt, in dem er sich gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu positionierte und die Bundesregierung aufforderte, sich für ein Ende des Krieges zwischen Israel und der Hamas einzusetzen – das geht natürlich gar nicht. Aber der beliebte Schauspieler, über den deutsche Fernsehzuschauer schon vor Jahrzehnten lachten, ist ohnehin hochgradig verdächtig: er ist ausgerechnet 88 Jahre alt. (rk)
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