Selenskyj will meßbare Fortschritte: „500 Meter pro Tag. Mindestens.“

Selenskyj will meßbare Fortschritte: „500 Meter pro Tag. Mindestens.“
President.gov.ua/CC BY 4.0

Kiew. Militärexperten sind sich weltweit einig: die ukrainische Gegenoffensive – sofern es überhaupt eine war – war kein großer Erfolg. Das sieht man offenbar auch in Kiew so. Denn jetzt will der ukrainische Präsident Selenskyj endlich Fortschritte – und zwar meßbare. Er forderte unlängst, die ukrainischen Streitkräfte müßten „an jedem Tag 500 Meter vorrücken“.

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Selenskyj präsentierte die ungewöhnliche Vorgabe in einem Befehl in seiner allabendlichen Videobotschaft. Dort sagte er wörtlich: „Wir benötigen die Hilfe von jedem, der kämpft. Die Ukraine muß jeden Tag Fortschritte erzielen. Wir müssen die  russischen Angriffe abwehren, die Besatzer töten und vorrücken. Einen Kilometer oder 500 Meter pro Tag. Mindestens. Wir müssen die Besatzer unter Druck setzen, um die ukrainischen Stellungen zu verbessern.” Das gebe dem Land neue Kraft, meinte Selenskyj. „Und es motiviert die Welt, uns zu helfen.“

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Besonders realistisch ist Selenskyjs Forderung nicht. Nicht nur deshalb, weil im Augenblick eher die russische Seite regional die Initiative ergreift und die einsetzende Schlammperiode für raumgreifende Vorstöße eher ungünstig ist. Sondern auch aus rein quantitativen Gründen – selbst wenn die ukrainischen Verbände aus ihren derzeitigen Stellungen, die sie nur mit Mühe verteidigen können, jeden Tag einen Kilometer vorrücken würden, würden sie bis zur russischen Grenze rund 180 Tage – sechs Monate – brauchen. (mü)

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