Sehenden Auges in die Krise: Getreide wird knapp – aber die Politik hat keine Ahnung

Sehenden Auges in die Krise: Getreide wird knapp – aber die Politik hat keine Ahnung

Berlin. Mit ihrer Sanktionspolitik gefährdet die Bundesregierung nicht nur die Energieversorgung akut, sondern möglicherweise auch die Ernährung der Bevölkerung. Denn während die Ukraine und Rußland als Getreidelieferanten wegfallen, sind die heimischen Vorräte bereits weitgehend aufgezehrt: in Deutschland waren Anfang 2022 schon 75 Prozent der heimischen Weizen- und Gerstenernte aufgebraucht.

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Zum Stichtag 31. Dezember 2021 lagerten bei den landwirtschaftlichen Betrieben rund 11,2 Mio. Tonnen Getreide und damit nur noch ein Viertel der Ernte von 2021 Zum Vorjahreszeitpunkt waren es noch 1,1 Mio. Tonnen mehr gewesen.

Auf den Getreidemärkten stieg der Preis in den letzten Wochen teilweise um bis zu 55 % an.

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Europa bezieht aber nicht nur fast alle wichtigen Getreidesorten (Hafer, Roggen, Gerste, Weizen) aus Rußland und der Ukraine, sondern auch Grundnahrungsmittel wie Kartoffel, Kohl, Gurke, Karotte oder Erbsen. Luxusgüter könnten bald auch Obstsorten wie die Johannisbeere werden, die ebenfalls hauptsächlich aus Rußland und der Ukraine importiert wird.

Während die Landwirte bereits Alarm schlagen, gibt sich die Politik ahnungslos.  Angesprochen auf eine mögliche Getreideknappheit im Zuge der Ukrainekrise, gab Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) dieser Tage zu Protokoll: „Äh… für Getreide fehlen mir jetzt die fachlichen Informationen, aber da mach ich mir jetzt keine Sorgen, äh, daß wir knapp werden. Brot und Brötchen zu haben, dafür wird es reichen.“

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Wie eine vorausschauende Politik aussehen könnte, machte jüngst Ungarn deutlich: das Land verhängte mit Blick auf sich abzeichende Engpässe kurzerhand einen Exportstopp für Getreide. (rk)

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