Schwieriger NATO-Partner: Türkei schwenkt auf Anti-Israel-Kurs um
Ankara. Die Türkei bereitet ihren NATO-Partnern, die sich der bedingungslosen Unterstützung Israels verschrieben haben, zunehmend Kopfzerbrechen. Denn die Regierung unter Präsident Erdogan teilt die Linie des Westens nicht. Erst kürzlich bezeichnete Erdogan die radikalislamische Hamas als „Befreiungs- und Mudschaheddin-Gruppe, die für den Schutz ihres Landes und ihrer Bürger kämpft“.
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Mit solchen Äußerungen steht Erdogan nicht allein. Jetzt zog der geistliche Führer des Landes, Ali Erbas, der offiziell Präsident für religiöse Angelegenheiten ist, nach und forderte einen Boykott israelischer Waren. Nach einer Schaltkonferenz mit 200 Imamen aus 92 Ländern erklärte Erbas: „Es ist von großer Bedeutung, die Produkte von Unternehmen, die den Zionismus unterstützen, entschlossen und kontinuierlich zu boykottieren und Unterdrückung und Unterdrücker in jeder Hinsicht zu bekämpfen.“
Und weiter: „Jerusalem gehört den Muslimen. Palästina und Gaza sind Heimatländer der Muslime und werden es bis zum Weltuntergang bleiben.“
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Erbas, der Professor für Philosophie und Religionsgeschichte ist, kritisierte auch das israelische Vorgehen im Gaza-Konflikt scharf: „Das zionistische Israel begeht in Gaza einen Völkermord mit seinen Angriffen, die auf einem schmutzigen und perversen Glauben basieren.“
Laut der „Frankfurter Rundschau“ sind den israelischen Angriffen im Gazastreifen in den drei Wochen zwischen 7. Oktober und 2. November 8.805 Zivilisten zum Opfer gefallen, viele davon Kinder. Das sind fast so viele, wie (laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, OHCHR) in 19 Monaten Krieg in der Ukraine ums Leben kamen, nämlich 9.806. (mü)
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