Schuß ins eigene Knie: Rußland-Sanktionen könnten Deutschland in die Rezession treiben
Berlin. Während die Ampel-Regierung voll auf Sanktionen gegen Rußland setzt, werden aus Kreisen der Industrie die Stimmen lauter, die vor einem „Bumerang“-Effekt warnen. Als Folge der harschen Sanktionen könnte die deutsche Wirtschaft in eine schwere Rezession geraten.
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Vor allem für den Fall, daß es zu einem Komplettausfall der russischen Gaslieferungen kommt, sieht Guido Baldi vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die reale Gefahr einer Rezession.
Auch eine aktuelle Studie der Universitäten Köln und Bonn geht davon aus, daß die deutsche Wirtschaft im Falle eines Embargos für russisches Gas um 0,3 bis 3 Prozent schrumpfen würde.
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Mit Blick auf die extreme Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gas- und Öllieferungen positionierte sich die Bundesregierung bislang gegen Sanktionen gegen russische Energieexporte – Deutschland bezieht allein rund 55 Prozent seiner Gasimporte aus Rußland.
Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Sanktionen bisher zwar unterstützt und erklärt, die Industrie sei bereit, aus Solidarität mit der Ukraine die negativen Auswirkungen zu tragen. Doch ein Embargo gegen russische Energie wird als rote Linie angesehen. „Es ergibt wenig Sinn, sich selbst schärfer zu bestrafen als den Aggressor“, brachte es BDI-Präsident Siegfried Rußwurm der „Welt“ gegenüber auf den Punkt.
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Die Bundesregierung hat inzwischen erste Schritte in die Wege geleitet, um die Wirtschaft von den negativen Auswirkungen des derzeitigen Sanktionsregimes zu entlasten – etwa durch ein Programm, das Unternehmen Kredite zu günstigen Konditionen gewährt. Im Falle einer Rezession wäre das aber nicht mehr ausreichend. Schon wird über ein Entschädigungsprogramm auf europäischer Ebene nachgedacht. Dieses wäre freilich überflüssig, wenn sich Deutschland gar nicht erst an den selbstmörderischen Rußland-Sanktionen beteiligen würde. (se)
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