Rußland will Klarheit: Wer waren die Hintermänner des Terroranschlags?

Rußland will Klarheit: Wer waren die Hintermänner des Terroranschlags?

Moskau. Mehrere Tage nach dem verheerenden Terroranschlag in Moskau ist die russische Führung noch immer nicht davon überzeugt, daß dafür die radikalislamische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verantwortlich sein soll. Die USA hatten diese Erklärung zwei Stunden nach Bekanntwerden des Anschlags in die Welt gesetzt.

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Kremlsprecher Peskow sagte am Montag, es wäre unpassend, sich zu den Bekennerangaben des IS zu äußern, so lange die Ermittlungen noch liefen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, richtete sich in einem Gastbeitrag für eine russische Zeitung direkt an die USA, die die Angaben des IS offenbar für glaubwürdig halten. Sie wirft Washington vor, das IS-Schreckgespenst heraufzubeschwören, um von den eigenen US-“Schützlingen“ in Kiew abzulenken.

Kremlchef Putin selbst wollte die IS-Version am Montag hingegen nicht mehr ausschließen. Er erklärte am Montagabend: „Wir wissen, daß das Verbrechen von radikalen Islamisten begangen wurden, deren Ideologie die islamische Welt selbst seit Jahrhunderten bekämpft.“ Nun müsse geklärt werden, wer den Angriff auf die Konzerthalle bei Moskau angeordnet habe. „Wir wissen nun, wessen Hände dieses Verbrechen gegen Rußland und sein Volk verübten, jetzt wollen wir wissen, wer der Auftraggeber ist“, sagte Putin. Schließlich hätten die Attentäter nach dem Anschlag versucht, in die Ukraine zu fliehen. Es stelle sich die Frage, warum das so sei und wer sie dort erwartet habe. „Diese Greueltat ist möglicherweise nur ein Glied in einer ganzen Reihe von Versuchen derjenigen, die sich seit 2014 durch die Handlungen des neonazistischen Kiewer Regimes im Krieg mit unserem Land befinden“, so Putin weiter.

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Auch am Samstag hatte Putin indirekt eine Verbindung zur Ukraine gezogen. Auf den IS ging er dagegen öffentlich nicht ein, obwohl die Terrormiliz, die nicht zuletzt mit ihrem verheerenden Terroranschlag auf das Pariser „Bataclan“-Theater im November 2015 traurige Bekanntheit erlangte, die Tat rasch für sich reklamierte und inzwischen auch Videomaterial veröffentlicht hat, das während des Angriffs entstanden sein soll. Die Ukraine weist hingegen jede Verwicklung zurück und unterstellt, Putin versuche von eigenem Versagen abzulenken.

Auf Vorwürfe, wonach Rußlands Spezialdienste versagt hätten, entgegnete Kremlsprecher Peskow am Montag: „Leider zeigt sich in unserer Welt, daß keine Stadt und kein Land vollständig immun gegen die Bedrohung des Terrorismus ist.“ Die Spezialdienste arbeiteten unermüdlich daran, Rußland zu verteidigen, aber: „Der Kampf gegen den Terrorismus ist ein fortlaufender Prozeß, der eine umfassende internationale Zusammenarbeit erfordert. Aber Sie können sehen, daß diese Zusammenarbeit jetzt, in dieser äußerst akuten Konfrontationsphase, in keiner Weise vollständig umgesetzt wird.“ (rk)

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