Rheinmetall auf Expansionskurs: Panzerwerk in der Ukraine soll schon bald eröffnen
Düsseldorf. Rüstungskonzerne wie Rheinmetall sind im Goldrausch: der Krieg in der Ukraine beschert ihnen volle Auftragsbücher und läßt auf üppige Profite hoffen – nach Jahren der Flaute ist das eine echte Trendwende. Die Düsseldorfer Rüstungsschmiede Rheinmetall hat sich rasch auf die veränderten Umstände eingestellt und will vom Ukrainekrieg im großen Stil profitieren – vorausgesetzt, er dauert noch lange genug. Im März hatte Rheinmetall-Chef Armin Papperger ein spektakuläres Projekt angekündigt: ein eigenes Panzerwerk in der Ukraine. Dort sollen mittelfristig neue Panzer wie der funkelnagelneue KF-51 „Panther“ produziert und fürs erste ein Reparaturbetrieb für beschädigte Panzer eingerichtet werden. Bis zu 400 „Panther“, so Papperger im März, sollen künftig jährlich in der Ukraine vom Band laufen.
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Die Pläne sind offenbar schon weiter gediehen, als bisher bekannt war. Denn jetzt wartete der Rheinmetall-Chef in einem CNN-Interview abermals mit Neuigkeiten auf: „In den nächsten zwei bis drei Monaten werden wir die erste Werkstatt in der Ukraine, im westlichen Teil der Ukraine, eröffnen, in der sie ihre Fahrzeuge selbst warten können“, teilte Papperger mit, und weiter: die Ukrainer „müssen sich selbst helfen – wenn sie in den nächsten 10 oder 20 Jahren immer darauf warten müssen, daß Europäer oder Amerikaner ihnen helfen (...) das ist nicht möglich.“ In der Fabrik würden zunächst „Fuchs“-Schützenpanzer gebaut und repariert werden.
Die Ukraine brauche 600 bis 800 Panzer für einen Sieg gegen Rußland, wiederholte Papperger im März die bekannte Forderung des ukrainischen Oberbefehlshabers Saluschnyj vom Dezember. Damit diese Menge zusammenkomme, müsse der Bau neuer Panzer schnell starten. „Selbst wenn Deutschland alle zur Verfügung stehenden 300 Leopard-2-Panzer der Bundeswehr abgäbe, wären das deutlich zu wenige“, drängt der Konzernchef.
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Rheinmetall will nach bisherigem Stand rund 250 Panzer für den Ukraine-Krieg zur Verfügung stellen. Die Arbeiten liefen auf Hochtouren. 40 Schützenpanzer „Marder“ sollen bereits einsatzfähig gemacht worden sein, bis zum Jahresende sollen es rund 100 sein. Von 50 „Leopard“ 2A4 sollen rund 30 Stück fertig sein. Hinzu sollen noch rund 100 ältere „Leopard 1“ kommen.
Der Düsseldorfer Rüstungschef zeigt sich zuversichtlich, daß der Krieg in der Ukraine noch lange genug hinausgezögert werden kann, damit sein ukrainisches Panzer-Imperium wie geplant Gestalt annehmen kann. Er spekuliert sogar darauf, daß die Ukrainer mit seinen Panzern irgendwann „ihr Territorium ganz zurückzuerobern“ können.
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Das Beste an Pappergers Plänen: er geht so gut wie kein unternehmerisches Risiko ein. Denn Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) hat schon vor Monaten zugesagt, daß die Bundesregierung für alle deutschen Unternehmen, die in der Ukraine investieren wollen, das volle Ausfallrisiko übernehme.
Gerade in einem laufenden Krieg kann sich eine solche Regelung als recht praktisch erweisen. Zwar zeigte sich Papperger im März zuversichtlich, daß sein ukrainisches Panzerwerk mit hauseigenen Flugabwehrsystemen auch gleich gegen Bedrohungen aus der Luft geschützt werden könne. Aber ganz sicher kann man nicht sein.
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Der russische Rüstungskonzern Rostec versicherte erst dieser Tage einmal mehr, daß „nichts und niemand“ die modernen russischen „Kinshal“-Hyperschallraketen abwehren könne. Der frühere russische Ministerpräsident Medwedew, derzeit Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates, erkundigte sich jedenfalls schon vor geraumer Zeit vorsorglich nach den Koordinaten der künftigen Panzerfabrik. (he) Foto: Rheinmetall Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
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