Putin: Rußland könnte jederzeit wieder Gas liefern – Berlin will nicht
Sotschi. Der russische Präsident Putin hat den Deutschen ein Angebot gemacht: die russischen Gaslieferungen nach Deutschland könnten sofort wieder aufgenommen werden, sagte Putin am Donnertag während seines Auftritts beim diesjährigen Waldai-Forum. Die Entscheidung darüber liege allein bei der Bundesregierung: „Heute die Entscheidung, morgen drehen wir den Gashahn auf.“ Dafür stehe der unbeschädigte Strang der Nord-Stream-2-Pipeline zur Verfügung.
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Deutschland müsse nur darum bitten, dann werde Russland „den Hahn aufdrehen“, sagte der Kremlchef. Berlin wolle aber nicht.
Putin antwortete damit auf die Frage eines russischen Journalisten, der die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines untersucht. Der Journalist ging in seiner Frage auf das Fehlen jedweder Reaktion und jeder Verurteilung des Anschlags durch den Kanzler Scholz ein. Auch werde der Vorfall nach seiner Auffassung nicht gründlich und zielstrebig untersucht. Putin bestätigte, daß Rußland nicht an den Ermittlungen beteiligt sei, trotz zahlreicher Angebote vonseiten Moskaus dazu. Ermittlungsergebnisse gebe es keine, und es werde sie „nach allem Ermessen“ auch nicht geben.
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Es gebe aber weiterhin einen unbeschädigten Strang der Nord Stream 2-Pipeline, über den 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich geliefert werden könnten. Dies hänge nur von der Entscheidung der Bundesregierung ab. Deutschland treffe diese Entscheidung nur deshalb nicht, weil Washington dies nicht gestatte. Damit schade Deutschland sich selbst.
Aber: wenn Deutschland nicht wolle, dann sei es eben so, schloß der Kremlchef. Rußland werde eben seine Lieferungen in andere Teile der Welt ausweiten. (mü)
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