Putin ist nicht der Schuldige: Die Inflation wird zweistellig
Wiesbaden/Berlin. Es war nur ein vorübergehendes Sommermärchen – aber durch das Auslaufen des Neun-Euro-Tickets und das ungebremste Ansteigen der Lebensmittelpreise peilt die Inflation jetzt neue Höchststände an. Schon im August lag die Teuerungsrate wieder bei massiven 7,9 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt jetzt mit – aber das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange.
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Volkswirte rechnen für die nächsten Monate mit weiter kräftig steigenden Verbraucherpreisen, und Gaskunden müssen wegen der Gasumlage mit dem Schlimmsten rechnen – diese ermöglicht es den Versorgern, Mehrkosten ungefiltert an ihre Kunden weiterzugeben.
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Bundesbank-Präsident Joachim Nagel geht deshalb davon aus, daß die Inflation im Dezember bei zehn Prozent ankommen dürfte. Auch langfristig, d.h. für 2023, rechnet die Bundesbank mit einer Inflation von mehr als sechs Prozent.
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Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern muß man bis in den Winter 1973/74 während der Ölkrise zurückgehen, um ähnlich hohe Werte zu finden. Die größten Preistreiber sind seit Monaten Energie und Lebensmittel – und in beiden Fällen ist das Desaster hausgemacht. Schon die CO2-Bepreisung, die noch unter der Merkel-Regierung beschlossen wurde, hat die deutschen Energiepreise nach oben schießen lassen. Vollends verheerend wirkt sich aber die Entscheidung der Bundesregierung aus, aus politischen Gründen kein russisches Gas mehr abnehmen zu wollen. Unter dem Strich ist an der galoppierenden Inflation nicht etwa Putin, sondern die Bundesregierung schuld. (st)
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