Protestanten-Vorsitzende: Wir können noch viel mehr Flüchtlinge aufnehmen
Hannover. Während Kommunen und Länder seit Monaten unter immer neuen Hammerzahlen an Einwanderern ächzen, sieht man bei den Kirchen noch lange nicht alle Möglichkeiten erschöpft. Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sieht die Grenze der Aufnahmekapazitäten für Geflüchtete in Deutschland „noch lange nicht erreicht“. Überhaupt dürfe es keine Obergrenze geben.
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Außerdem fordert die oberste Protestantin „deutlich mehr legale Zugangswege nach Europa“. Die Festlegung auf eine bestimmte Obergrenze sei eine „populistische Nebelkerze“. Dies stehe in Widerspruch zum Grundgesetz und zur Genfer Flüchtlingskonvention, sagte Koschus der FAZ.
Und: „Menschliche Schicksale lassen sich aus christlicher Sicht nicht auf eine Höchstzahl festschreiben.“ Die Aufnahme von Geflüchteten finde aus christlicher Perspektive „ihre Grenze da, wo es zur Selbstaufgabe kommt“. Aber: „Ich meine, daß wir diese Grenze noch lange nicht erreicht haben.“ Gerade Deutschland als „reiches Land“ könne mehr Menschen aufnehmen, die vor Krieg und „unterschiedlichster Not“ fliehen und bei uns Zuflucht suchen.
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Mit dieser Auffassung steht die Kirchen-Obere im übrigen nicht allein. Auch im Vatikan kursieren Überlegungen zur Zuwanderung, für die das Verständnis in der Öffentlichkeit massiv abnimmt. Caritas International forderte dieser Tage zusammen mit Papst Franziskus, die 27 EU-Mitglieder sollten jedes Jahr Platz für 20 Millionen neue „Klimaflüchtlinge“ schaffen. Der Vatikan kritisierte, daß mehr Geld für den Grenzschutz als für Aufnahmemaßnahmen ausgegeben wird. (rk)
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