Propagandaschlacht um den Kachowka-Staudamm: Ukrainer probten die Zerstörung schon früh
Kiew. In der Ukraine ist im Zuge der Kampfhandlungen der Kachowka-Staudamm am Dnjepr zerstört worden. Jetzt fließt das Wasser des riesigen Kachowkaer Stausees flußabwärts ab und überflutet die Umgebung. Bis zu 80 Ortschaften sind von Überschwemmungen bedroht, laut den russischen Behörden 20.000 Menschen.
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Die Folgen sind katastrophal: drei Kraftwerke fallen aus. Die Trinkwasserversorgung für 400.000 Menschen, einschließlich der Städte Melitopol und Berdjansk ist gefährdet, aber auch jene der Krim.
Im Westen ist das unisono verbreitete offizielle Narrativ, daß höchstwahrscheinlich die russische Seite für die Zerstörung des Staudamms verantwortlich ist. Sie wird unter anderem von UNO-Generalsekretär António Guterres verbreitet. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu beschuldigte hingegen die ukrainischen Streitkräfte: „Der Vorfall ist ein Terroranschlag, der sich gegen zutiefst zivile Infrastruktur richtet“, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung.
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Aufmerksamere Beobachter erinnern sich unterdessen an einen Artikel in der „Washington Post“ vom 29. Dezember 2022. Dort wurde unter der Überschrift „Inside the Ukrainian counteroffensive that shocked Putin and reshaped the war“ darüber berichtet, daß die ukrainischen Streitkräfte die Zerstörung des Dammes bereits früh planten und auch übten.
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Der ukrainische Generalmajor Andrej Kowaltschuk gab dies der „Washington Post“ gegenüber zu. Das Blatt schrieb damals: „Kowaltschuk erwog die Überflutung des Flusses. Die Ukrainer hätten sogar einen Testangriff mit einem HIMARS-Werfer auf eines der Fluttore am Nova-Kachowka-Damm durchgeführt und dabei drei Löcher in das Metall geschlagen, um zu sehen, ob das Wasser des Dnjepr so weit angehoben werden kann, daß die Russen den Fluß nicht mehr überqueren können, ohne die umliegenden Dörfer zu überfluten. Der Test war ein Erfolg, sagte Kowaltschuk, aber der Schritt blieb ein letzter Ausweg. Er hielt sich zurück.“ (mü)
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