Propagandakrieg um Gaza: Was ist dran an den Enthauptungs-Geschichten?

Propagandakrieg um Gaza: Was ist dran an den Enthauptungs-Geschichten?

Gaza/Washington/Berlin. Auch im derzeitigen Krieg um Gaza platzen immer wieder Propagandalügen, mit denen öffentlich Stimmung gemacht werden soll. Widerlegt werden konnte inzwischen die Mär von den Babys, die die Palästinenserorganisation Hamas enthauptet haben soll. Kein geringerer als US-Präsident Biden trug maßgeblich zur Verbreitung dieser Falschmeldung bei, indem er von Fotos erzählte, auf denen er die angeblich enthaupteten Babys gesehen habe. Eine CNN-Journalistin entschuldigte sich inzwischen dafür, die Geschichte weiterverbreitet zu haben. Auch die israelische Armee dementierte.

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Eine weitere Horrorgeschichte, die der „Bild“-Zeitung jüngst eine Titelseite wert war, ist die Erzählung von der angeblich ebenfalls enthaupteten 22jährigen „Deutsch-Israelin“ Shani Louk. Am 30. Oktober erhielt die Familie von Louk die Nachricht, daß ihre Tochter tot sei. Noch am selben Abend gab der israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog der „Bild“-Zeitung ein Interview und sorgte mit seinen Aussagen für Aufsehen: „Diese barbarischen, sadistischen Tiere haben ihr einfach den Kopf abgehackt“, sagte Herzog. Zuvor hätten israelische Behörden den Schädel der entführten Shani Louk gefunden.

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Aber: die Mutter, Ricarda Louk, widerspricht im Gespräch mit RTL entschieden. Sie berichtet, Shani habe während des Überfalls der Terroristen mit einer SMS Freunde in einem Auto hinter ihr gewarnt. Sie selbst sei dann in deren Hände gefallen. Später habe sie in einem Video den Körper ihrer Tochter auf der Ladefläche eines Trucks erkannt. Die Familie geht davon aus, daß sie noch im Auto erschossen wurde und zum Zeitpunkt, als das Video des Trucks aufgenommen wurde, bereits tot war. Keine Rede von einem abgehackten Kopf.

Sowohl die „Bild“-Zeitung als auch Jitzchak Herzog haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen der Falschmeldung geäußert. (mü)

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