Problematische Hilfsbereitschaft: Ukrainer-Privilegien sabotieren die Kooperation mit anderen Herkunftsländern
Brüssel. Stattliche 5,1 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine halten sich derzeit nach Angaben der EU-Asylagentur (EUAA) in Europa auf. Doch damit leisten sich die Europäer womöglich einen Bärendienst. Denn die demonstrative Aufnahmebereitschaft für Flüchtlinge aus der Ukraine kommt nicht überall gut an.
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Julien Simon vom International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) warnte jetzt davor, daß sich die EU mit ihrem Entgegenkommen Ukrainern gegenüber die Zusammenarbeit mit anderen Migranten-Herkunftsländern verbaut, zum Beispiel denen in Nordafrika. In den sozialen Netzwerken bilde sich in diesen Ländern zunehmen das Narrativ heraus, daß die Europäer mit zweierlei Maß messen. Ein Fakt, der psychologisch und politisch natürlich verständlich ist, da das ukrainische Volk ein europäisches Brudervolk darstellt.
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So hätten Ukrainer in der EU Visafreiheit, „Flüchtlinge“ aus Afrika oder islamischen Ländern aber nicht. Der Ukraine-Krieg stelle für die Staaten im Nahen Osten auch wegen der derzeitigen Getreide- und Weizenmangels eine schlimme wirtschaftliche Herausforderung dar, die zum Zusammenbruch ganzer Volkswirtschaften führen könne. Dabei ist die Zusammenarbeit gerade mit den Ländern Nordafrikas aber essentiell – zur Rücknahme Illegaler ist eine möglichst reibungslose Kooperation nötig.
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Generaldirektor der internationalen Organisation ICMPD ist der frühere österreichische Außenminister, Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger. (mü)
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