Pragmatismus statt Ideologie: Erdogan sucht die Nähe zu Rußland – und bekommt Gas

Pragmatismus statt Ideologie: Erdogan sucht die Nähe zu Rußland – und bekommt Gas

Moskau/Ankara. Der nächste Punktsieg für Putin: während sich die EU-Länder und vor allem die Deutschen mit der Möglichkeit ausbleibender russischer Gaslieferungen anfreunden müssen, kann sich ein anderer – durchaus umstrittener – Partner freuen: bei einem Treffen Putins mit dem türkischen Präsidenten Erdogan kommende Woche im Iran soll es auch um einen größeren Gas-Liefervertrag mit der Türkei gehen.

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Die russische Nachrichtenagentur „Tass” schreibt von Bemühungen, die Handelsbeziehungen und Kooperationen zwischen beiden Ländern auszubauen. Zudem solle auch sichergestellt werden, daß die Türkei weiterhin „uneingeschränkt“ mit russischer Energie versorgt wird.

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In der EU und in Kiew herrscht über die Annäherung der Türkei an Rußland unverhohlene Enttäuschung. Man hatte sich erhofft, daß der Ukraine-Krieg Erdogan zum Überdenken seiner Beziehungen zu Kremlchef Putin veranlassen würde. Stattdessen erweist sich Erdogan als Pragmatiker und konsequenter Verfechter eigener nationaler Interessen. So lehnte Istanbul auch alle Sanktionen gegen Rußland seit Beginn des Ukraine-Krieges ab. Den Nutzen haben beide Seiten: das Nachrichtenmagazin „Focus“ zitiert türkische Medien, denen zufolge Dutzende russischer Unternehmen, darunter auch der Energieriese Gazprom, die Verlegung ihres europäischen Hauptsitzes in die Türkei planen. (mü)

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